Keenable: 26 Mio. Dollar fuer einen Web-Index nur fuer Agenten
Das Accel-Startup indexiert über 100 Milliarden Dokumente — Suchinfrastruktur für KI-Agenten statt für Menschen. Ein Angriff auf Googles Flywheel.

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)
Auf einen Blick
- 26 Mio. $ Seed-Runde, angeführt von Accel, mit Conviction Partners
- Über 100 Milliarden Dokumente im eigenen Web-Index
- Eigene Abfragesprache „WebQueryLanguage“ für agentische Suchanfragen
- 15 Engineers im Team, Verdopplung bis Jahresende geplant
- Mehrere KI-Labore nutzen den Index laut Keenable bereits produktiv
Das Startup Keenable hat am 25.08.2026 seinen Stealth-Modus beendet und eine Seed-Runde über 26 Millionen Dollar bekannt gegeben, angeführt von Accel und begleitet von Conviction Partners. Das Produkt: ein eigener Web-Suchindex mit über 100 Milliarden Dokumenten — gebaut nicht für menschliche Nutzer, sondern als API für KI-Agenten, KI-Labore und Inferenzanbieter.
Warum braucht es dafür einen neuen Index? Klassische Suchmaschinen ranken für Menschen: zehn blaue Links, optimiert auf Klicks. Agenten stellen dagegen lange, verschachtelte Anfragen und kombinieren Informationen aus vielen Quellen. Keenable entwickelt dafür eine eigene Abfragesprache namens WebQueryLanguage, mit der KI-Systeme Antworten über mehrere Webquellen hinweg zusammensetzen können.
Mitgründer Andrey Styskin — zuvor in leitender Rolle bei einem großen Suchanbieter — sieht darin eine strukturelle Chance: „Das erzeugt ein neues Flywheel, das sich von dem unterscheidet, was Google aus menschlichem Verhalten gelernt hat.“ Auf die Kosten des Index-Aufbaus angesprochen, antwortete er trocken: „Fragen Sie nicht — es ist schmerzhaft teuer.“
Wie weit ist das Unternehmen? Nach eigenen Angaben nutzen bereits mehrere — nicht genannte — KI-Labore den Index produktiv. Das Team umfasst derzeit 15 Ingenieurinnen und Ingenieure und soll sich bis Jahresende verdoppeln. Damit reiht sich Keenable in eine wachsende Gruppe von Infrastruktur-Startups ein, die Suche für das Agenten-Zeitalter neu bauen — zuletzt hatte etwa Seltz 12,5 Millionen Dollar für ein ähnliches Ziel eingesammelt.
Für europäische Unternehmen ist der Trend relevant: Wenn Agenten künftig eigenständig recherchieren, entscheidet die dahinterliegende Suchinfrastruktur mit darüber, welche Quellen KI-Antworten prägen — und wer den Zugang dazu kontrolliert.
Häufige Fragen
Was unterscheidet einen Agenten-Index von Google?
Er ist auf maschinelle Langanfragen und Quellenkombination optimiert statt auf klickbare Trefferlisten für Menschen — mit API-Zugang statt Suchseite.
Wer sind die Kunden?
KI-Labore, Inferenzanbieter und Entwickler von Agenten-Systemen, die Websuche als Baustein in ihre Produkte integrieren.
Wie groß ist der Markt?
Mit Googles Dominanz bei klassischer Suche ist der Agenten-Suchmarkt jung — neben Keenable positionieren sich u. a. Seltz (12,5 Mio. $ Seed) und mehrere Labore mit Eigenlösungen.


