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Navier-Stokes: OpenAI meldet Beweis, Streit folgt

Zwei Mathematiker loesten das Problem am 15. August, OpenAIs Agenten am 5. September – nach 88 Stunden Rechenzeit und 130 Milliarden Tokens.

Navier-Stokes: OpenAI meldet Beweis, Streit folgt

Symbolbild: Ein Techniker geht an surrenden Rechenschraenken vorbei, waehrend ein Wandmonitor ein abstraktes Stroemungsmuster zeigt.

OpenAI meldet fuer das Navier-Stokes-Problem einen vollstaendigen Beweis durch eigene Agenten, doch zwei Mathematiker waren drei Wochen frueher fertig und fragen oeffentlich, wie nah das Unternehmen an ihrer Arbeit war.

Auf einen Blick

  • Navier-Stokes ist eines von sieben Millennium-Problemen; das Preisgeld liegt seit dem 24.05.2000 bei 1.000.000 US-Dollar.
  • Buckmaster und Alpoege erzielten ihren Durchbruch am 15. August 2026, OpenAIs Agenten meldeten ihr Resultat am 5. September 2026.
  • OpenAIs Lauf: 88 Stunden Agentenzeit, 2,7 Millionen Nachrichten, 130 Milliarden Output-Tokens allein fuer Navier-Stokes.
  • Die Formalisierung des Beweises in Lean brauchte laut OpenAI weitere 17 Stunden.
  • Ueber alle Probleme hinweg nennt OpenAI 4,9 Millionen Nachrichten, 300 Milliarden Tokens und rund 15 Millionen US-Dollar Kosten.

OpenAI erklaert eines der sieben Millennium-Probleme fuer geloest: Existenz und Glattheit bei den Navier-Stokes-Gleichungen, ausgesetzt mit 1.000.000 US-Dollar. Den Beweis lieferten nach Unternehmensangaben Agenten auf Basis des unveroeffentlichten Modells GPT-6 Astra. Zwei Mathematiker hatten dasselbe Ziel drei Wochen frueher erreicht. Seitdem geht es weniger um Mathematik als um Zeitstempel und Datenzugriff.

Was OpenAI vorlegt

Die Agenten lieferten am 5. September 2026 ein Resultat, 88 Stunden nach dem Start des Laufs. Die Formalisierung in der Beweissprache Lean und deren Pruefung brauchten weitere 17 Stunden. Fuer Navier-Stokes allein nennt OpenAI 2,7 Millionen Nachrichten und 130 Milliarden Output-Tokens.

Ueber alle angesetzten Probleme hinweg summiert das Unternehmen 4,9 Millionen Nachrichten und 300 Milliarden Output-Tokens. Zu oeffentlichen Preisen fuer GPT-6 Astra entspricht das rund 15 Millionen US-Dollar an Rechenkosten. Fuer den Markt ist das die eigentliche Zahl: nicht der Beweis, sondern sein Preis.

Die Menschen waren zuerst da

Tristan Buckmaster, Mathematikprofessor an der New York University, und Levent Alpoege, Mathematiker und Mitarbeiter bei Anthropic, hatten ihren Durchbruch bereits am 15. August 2026. Sie arbeiteten fast ein Jahr daran und nutzten dabei selbst KI-Werkzeuge, unter anderem Claude sowie Codex mit GPT-5.6 Sol. Von Geruechten ueber geloeste Probleme erfuhr OpenAI nach eigener Darstellung am 1. September 2026.

Der Streit: Wann fiel der erste Prompt?

Buckmaster hat gefragt, wann OpenAI den ersten Prompt abgeschickt habe. Diese Frage sei ihm laengere Zeit nicht direkt beantwortet worden. Er wirft zudem die Frage auf, ob das Modell Zugang zu seinen Codex-Sitzungen hatte, in denen Entwuerfe des Projekts lagen.

OpenAI erklaert dazu, weder Forscher noch Agenten haetten die fremde Arbeit vor deren Veroeffentlichung gesehen, und es seien keine spezifischen Nutzerdaten verwendet worden. Zugleich schliesst das Unternehmen nicht aus, dass de-identifizierte Daten aus der Produktnutzung in die Modellverbesserung eingeflossen sein koennten. Genau diese Formulierung ist der wunde Punkt: Sie schliesst den Fall nicht aus, den die Betroffenen fuerchten.

Hinzu kommt das Autorschaftsangebot. OpenAI bot Buckmaster an, entweder auf dessen Veroeffentlichung zu warten oder ihn als Koautor eines Papers zum eigenen Ergebnis zu fuehren. Alpoege wurde davon ausdruecklich ausgenommen, mit Verweis auf dessen Arbeitgeber Anthropic.

Was offen bleibt

Die Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus OpenAIs eigener Darstellung, wiedergegeben und eingeordnet im Blog von Simon Willison. Die Original-Ankuendigung von OpenAI war fuer diese Redaktion nicht abrufbar, der Beweis liess sich hier also nicht unabhaengig pruefen. Eine fachliche Begutachtung ist bislang nicht berichtet, und OpenAI selbst haelt fest, dass die bewiesenen Aussagen im Euler-Fall von denen der anderen Gruppe abweichen.

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Häufige Fragen

Ist das Navier-Stokes-Problem jetzt geloest?

Zwei Gruppen behaupten das unabhaengig voneinander. Beide Arbeiten sind bislang nicht als fachlich begutachtet berichtet, und OpenAI raeumt Unterschiede im Euler-Fall ein.

Welches Modell hat OpenAI dafuer eingesetzt?

Ein intern genutztes, nicht veroeffentlichtes Modell namens GPT-6 Astra. Buckmaster und Alpoege arbeiteten dagegen mit Claude und mit Codex auf GPT-5.6 Sol.

Was werfen die Mathematiker OpenAI vor?

Buckmaster fragt, wann der erste Prompt abgeschickt wurde und ob das Modell an seine Codex-Sitzungen mit Projektentwuerfen herankam. Eine direkte Antwort blieb laengere Zeit aus.