Brasilien: 25,5 Millionen Euro Strafe für TikTok
Die Datenschutzbehörde ANPD wirft dem ByteDance-Dienst fünf Verstöße vor und verlangt strengere Voreinstellungen für Nutzer unter 16 Jahren.
Symbolbild: ein abgelegtes Smartphone neben Kindersachen in einer abendlichen Wohnung — KI-generierte Illustration.
Brasiliens Datenschutzbehörde ANPD hat gegen TikTok eine Geldbuße von 25,5 Millionen Euro verhängt, weil die Plattform Daten von Kindern und Jugendlichen ohne ausreichende gesetzliche Grundlage verarbeitet haben soll.
Auf einen Blick
- Bußgeld: 25,5 Millionen Euro, verhängt von der brasilianischen Datenschutzbehörde ANPD.
- Vorwurf: fünf Verstöße gegen das brasilianische Datenschutzrecht, bei Konten mit und ohne Registrierung.
- Auflagen: unrechtmäßig erhobene Daten löschen, strengere Voreinstellungen für Nutzer unter 16 Jahren.
- Frist für einen Einspruch: zehn Werktage.
- Zum Vergleich: In den USA zahlte TikTok 400 Millionen Dollar in einem Verfahren um Kinderdaten.
Brasiliens Datenschutzbehörde ANPD hat gegen TikTok ein Bußgeld von 25,5 Millionen Euro verhängt. Nach Darstellung der Behörde hat die Plattform des chinesischen Konzerns ByteDance personenbezogene Daten von Kindern und Jugendlichen ohne ausreichende gesetzliche Grundlage verarbeitet.
Fünf Verstöße, nicht ein einzelner
Die ANPD führt fünf Verstöße gegen das brasilianische Datenschutzrecht auf. Betroffen sind registrierte Konten ebenso wie die Nutzung ganz ohne Anmeldung. Der zweite Punkt ist der unangenehmere: Wer kein Konto anlegt, hinterlässt bei der Nutzung trotzdem Daten.
Was sich am Produkt ändern soll
Die Behörde belässt es nicht bei der Zahlung. Unrechtmäßig erhobene Daten sollen gelöscht werden, für Nutzer unter 16 Jahren sollen strengere Voreinstellungen gelten. Dazu kommen bessere elterliche Kontrollen und ein stärkerer Schutz vor ungeeigneten Inhalten. Für nicht registrierte Nutzer sollen Werbung und Direktnachrichten entfallen, die Personalisierung von Inhalten soll eingeschränkt werden.
Zehn Werktage
Gegen die Entscheidung kann TikTok innerhalb von zehn Werktagen Einspruch einlegen. Eine öffentliche Stellungnahme des Unternehmens ist in den uns vorliegenden Berichten nicht dokumentiert. Auch der Betrag in brasilianischen Real wird dort nicht genannt; ob TikTok den Rechtsweg nutzt, ist offen.
Ein Muster über Ländergrenzen
Der Fall steht nicht für sich. In den USA zahlte TikTok 400 Millionen Dollar in einem Verfahren um die Erhebung von Kinderdaten ohne Einwilligung der Eltern. Die EU-Kommission wirft dem Dienst vor, zu wenig gegen Cybermobbing zu unternehmen. Die Vorwürfe unterscheiden sich im Detail, der Kern ähnelt sich: der Umgang mit jungen Nutzern.
Warum Brasilien schwer wiegt
TikTok zählt dort zu den meistgenutzten sozialen Netzwerken. In einem Markt dieser Größe wiegen Auflagen zu Voreinstellungen und Personalisierung schwerer als eine einmalige Zahlung, weil sie das Produkt selbst betreffen. Wie weit TikTok die Vorgaben umsetzt, lässt sich erst nach Ablauf der Einspruchsfrist beurteilen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Strafe gegen TikTok in Brasilien?
Die Datenschutzbehörde ANPD hat 25,5 Millionen Euro verhängt. Der entsprechende Betrag in brasilianischen Real wird in den vorliegenden Berichten nicht genannt.
Warum wird TikTok in Brasilien bestraft?
Die ANPD sieht fünf Verstöße gegen das Datenschutzrecht, im Kern die Verarbeitung von Daten Minderjähriger ohne ausreichende Rechtsgrundlage — bei registrierten wie bei nicht registrierten Nutzern.
Kann TikTok gegen die Entscheidung vorgehen?
Ja, für einen Einspruch bleiben zehn Werktage. Ob das Unternehmen diesen Weg geht, ist bislang nicht bekannt.