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Taiwan klagt neun an: KI-Server trotz Exportverbot nach China

130 Nvidia-B300-Server bestellt, 74 erreichten chinesische Kunden, 56 stoppte der Zoll. Unter den Angeklagten: Mitarbeiter von Nvidia und Supermicro.

Taiwan klagt neun an: KI-Server trotz Exportverbot nach China

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)

Auf einen Blick

  • Neun Personen von der Staatsanwaltschaft Keelung angeklagt, darunter ein Nvidia- und zwei Supermicro-Mitarbeiter (24. August 2026)
  • 130 B300-Server bei Super Micro bestellt: 74 nach China geliefert, 56 vom Zoll abgefangen
  • Routen laut Anklage: direkt nach China sowie über Indonesien, Japan und Hongkong
  • Vorwürfe: Untreue und Urkundenfälschung; ein weiterer Fall wegen abgezweigter Gelder
  • Kontext: US-Exportkontrollen für Spitzen-KI-Chips seit 2022, verschärfte taiwanische Ausfuhrregeln

Die Staatsanwaltschaft im taiwanischen Keelung hat neun Personen angeklagt, weil sie Hochleistungs-KI-Server unter Umgehung der Exportkontrollen nach China geliefert haben sollen. Unter den Beschuldigten sind ein Mitarbeiter von Nvidia Taiwan und zwei Beschäftigte von Super Micro Taiwan. Acht von ihnen wird Untreue und Urkundenfälschung vorgeworfen, eine weitere Person ist in einem verbundenen Fall wegen abgezweigter Gelder angeklagt.

Die Dimension ist erheblich: Bestellt wurden 130 Server auf Basis von Nvidias B300-Chips bei Super Micro. 74 davon wurden exportiert und erreichten chinesische Kunden, 56 fing der taiwanische Zoll vor der Ausfuhr ab. Die Lieferungen liefen laut Anklage teils direkt nach China, teils über Umwege durch Indonesien, Japan und Hongkong.

Die Ankläger werfen den Beschuldigten vor, sie hätten die strengen internen Kontrollverfahren beider Firmen gekannt und dennoch "auf verschiedenen Ebenen zusammengewirkt, um für enormen Profit illegal High-End-Server zu exportieren" — und damit auch dem internationalen Ansehen Taiwans schwer geschadet. Nvidia und Super Micro äußerten sich zunächst nicht.

Der Fall trifft einen empfindlichen Punkt: Die USA beschränken den Export von Spitzen-KI-Chips nach China seit 2022, und Taiwan hat seine eigenen Ausfuhrkontrollen in den vergangenen Jahren verschärft — auch, um im Einklang mit den US-Regeln zu bleiben. Parallel laufen in den USA Verfahren wegen mutmaßlich illegal ausgeführter KI-Server im Wert von 3,5 Milliarden Dollar über Drittländer.

Die Anklage zeigt, wie durchlässig die Kontrollkette selbst im Herzen der Chip-Lieferkette sein kann — dort, wo die Server gebaut werden. Für Nvidia und Supermicro ist der Fall auch deshalb heikel, weil eigene Mitarbeiter beteiligt gewesen sein sollen.

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Häufige Fragen

Warum sind B300-Server nicht frei exportierbar?

Nvidias aktuelle High-End-Beschleuniger fallen unter die US-Exportkontrollen gegenüber China. Taiwan setzt eigene Ausfuhrregeln durch, um im Einklang mit den US-Vorgaben zu bleiben.

Waren Nvidia und Supermicro selbst beteiligt?

Angeklagt sind einzelne Mitarbeiter, nicht die Unternehmen. Laut Anklage umgingen die Beschuldigten die internen Kontrollen beider Firmen; die Konzerne äußerten sich zunächst nicht.

Wie kamen die Server nach China?

Teils über Direktlieferungen, teils über Umwege durch Indonesien, Japan und Hongkong. 56 der 130 bestellten Server konnte der taiwanische Zoll noch vor der Ausfuhr stoppen.