Cornelis Networks sammelt 205 Millionen Dollar für KI-Netzwerktechnik ein
Der Intel-Ableger kooperiert künftig mit Qualcomm und bringt mit Active Compute Fabric eine offene Alternative zu Nvidias Netzwerktechnik.

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)
Auf einen Blick
- Finanzierung: 205 Millionen US-Dollar, angeführt von IAG Capital Partners
- Neue Kooperation: mit Chiphersteller Qualcomm
- Unternehmensherkunft: Ausgründung aus Intel im Jahr 2020
- Neue Technik: "Active Compute Fabric" — programmierbare Recheneinheiten direkt im Netzwerk
- Produkte: Switch-Baureihen CN5000 und CN6000, Skalierung der Produktion geplant
Der auf Rechenzentrums-Netzwerktechnik spezialisierte Anbieter Cornelis Networks hat eine Finanzierungsrunde über 205 Millionen US-Dollar abgeschlossen, angeführt von IAG Capital Partners. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen eine strategische Kooperation mit dem Chiphersteller Qualcomm an.
Cornelis ist im Jahr 2020 als Ausgründung aus Intel entstanden und hat sich auf staufreie Netzwerksysteme für KI- und Hochleistungsrechnen spezialisiert. Mit dem frischen Kapital soll vor allem die Produktion der eigenen Switch-Baureihen CN5000 und CN6000 hochgefahren werden.
Kernstück der Ankündigung ist eine neue, offene Architektur namens Active Compute Fabric. Sie integriert programmierbare Recheneinheiten direkt in die Netzwerkkarten und verbindet verlustfreien Datentransport mit Rechenleistung, die sowohl innerhalb eines Servers (Scale-up) als auch zwischen mehreren Servern (Scale-out) wirkt.
Der praktische Nutzen: Weil Netzwerkkarten selbst rechnen können, während gleichzeitig Daten übertragen werden, verringert sich die Zeit, in der teure Grafikprozessoren untätig auf Daten warten müssen. Cornelis verspricht zudem, dass sich Netzwerkfunktionen künftig per Software an neue KI-Anwendungen anpassen lassen, ohne neue Hardware zu benötigen.
Mit dem Vorstoß positioniert sich Cornelis explizit als Herausforderer von Marktführer Nvidia, dessen firmeneigene NVLink-Technik derzeit den größten Teil der Vernetzung in großen KI-Rechenzentren dominiert — mehr zu Nvidias eigener kommender Plattform in unserem Bericht zu Rubin NVL72. Ob die offene Architektur von Cornelis in der Praxis mithalten kann, muss sich in realen Großinstallationen erst noch zeigen.
Häufige Fragen
Was macht Active Compute Fabric anders als bisherige Netzwerktechnik?
Klassische Netzwerkkarten transportieren nur Daten. Active Compute Fabric integriert zusätzlich programmierbare Recheneinheiten direkt in die Netzwerkhardware, sodass ein Teil der Datenverarbeitung schon während der Übertragung stattfinden kann.
Warum ist das für KI-Rechenzentren wichtig?
Grafikprozessoren sind teuer und sollen möglichst durchgehend rechnen. Wenn sie auf ankommende Daten warten müssen, verschwendet das Rechenzeit. Eine Netzwerktechnik, die selbst mitrechnet, kann diese Wartezeiten verringern.
Tritt Cornelis damit direkt gegen Nvidia an?
Ja, zumindest im Bereich der Netzwerktechnik für große KI-Cluster. Nvidia dominiert diesen Bereich derzeit mit eigenen, geschlossenen Technologien wie NVLink; Cornelis positioniert seine Lösung ausdrücklich als offene Alternative.


