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Google gibt Mantis frei: Agenten gegen Fehlalarme

Das Framework kettet Spezialagenten aneinander, reproduziert Funde in der Sandbox und spart laut Google 85 Prozent der Tokens beim Einlesen von Code.

Google gibt Mantis frei: Agenten gegen Fehlalarme

Symbolbild: An einem Sicherheitsarbeitsplatz verkabelt eine von hinten gezeigte Person einen laufenden Testserver, dessen Status-LEDs blinken.

Google hat mit Mantis ein quelloffenes Agenten-Framework veröffentlicht, das gemeldete Schwachstellen erst in einer abgeschotteten Sandbox nachstellt, bevor sie als echter Fund gelten.

Auf einen Blick

  • Mantis ist quelloffen und liegt auf GitHub; Google beschreibt den Ablauf von Fund über Prüfung und Reproduktion bis zum Patch.
  • Anlass laut Google: klassische KI-Codescanner erreichen True-Positive-Raten unter 7 Prozent und erfinden Schwachstellen.
  • Über 15 Skills, darunter mantis-summarize, mantis-review, mantis-critic, mantis-dedupe, mantis-reproduce und mantis-patch.
  • Hierarchische Zusammenfassungsbäume senken den Tokenverbrauch beim Einlesen um 85 Prozent.
  • Eine eigene Trefferquote von Mantis nennt der vorliegende Bericht nicht.

Google hat Mantis quelloffen veröffentlicht: ein Agenten-Framework, das eine vermutete Lücke nicht nur meldet, sondern sie vorher in einer abgeschotteten Umgebung auslöst. Genau dieser Reproduktionsschritt ist das Verkaufsargument. Der Fachdienst InfoQ beschrieb das Werkzeug am 6. September 2026.

Das Problem heißt Fehlalarm

Klassische KI-gestützte Codeprüfung liefert nach Googles eigener Einschätzung True-Positive-Raten unter 7 Prozent, dazu Befunde, die das Modell schlicht erfunden hat. Für Sicherheitsteams ist das teuer: Jeder falsche Treffer kostet Prüfzeit, und irgendwann liest niemand mehr die Liste zu Ende. Mantis setzt deshalb nicht auf ein einzelnes Modell, sondern auf eine Kette von Agenten, die einander widersprechen dürfen.

Kritiker, Rechercheure, Sandbox

Das Framework verteilt die Arbeit auf Rollen. Strategie-Agenten lesen Aufbau, frühere Sicherheitsfixes und Bedrohungsmodell eines Projekts, Recherche-Agenten verfolgen Daten- und Kontrollflüsse durch einzelne Dateien, Kritik- und Review-Agenten sortieren aus. Am Ende steht ein Agent, der den Fund in einer Sandbox nachstellt — erst dieser Beleg macht aus einer Vermutung eine Meldung.

Technisch besteht Mantis aus über 15 einzelnen Skills, darunter mantis-summarize, mantis-review, mantis-critic, mantis-researcher, mantis-dedupe, mantis-reproduce und mantis-patch. Sie laufen nacheinander oder parallel und tauschen ihren Zustand über eine gemeinsame Ablage auf der Festplatte aus. mantis-patch soll Korrekturen erzeugen, die keine Nebenwirkungen im Code hinterlassen.

85 Prozent weniger Tokens

Damit große Repositories überhaupt in ein Kontextfenster passen, fasst Mantis analysierte Dateien zu hierarchischen Bäumen zusammen, die Verzeichnis- und Projektebene mitführen. Google beziffert die Ersparnis auf 85 Prozent des Tokenverbrauchs, ohne dass die Struktur verloren gehe. Dazu rät das Unternehmen, Modelle nach Aufgabe zu wählen: schlanke Varianten für schnelle Einordnung und Dublettensuche, starke Modelle für tiefes Kontextverständnis und für Patches.

Der Filter darf nicht zu scharf sein

Die Review-Stufe arbeitet mit regelbasierten Negativfiltern, die bekannte Fehlalarmmuster wegräumen. Google warnt im selben Atemzug davor, diesen Filter zu weit zu fassen: Wer Funde mit geringem Risiko automatisch als falsch abstempelt, verliert die Fähigkeit, echte Lücken zu erkennen. Das ist eine ungewöhnlich offene Einschränkung für ein Werkzeug, dessen Verkaufsargument die Fehlalarmquote ist.

Was der Bericht offenlässt

Ungeprüft bleibt der wichtigste Wert: Wie hoch die True-Positive-Rate von Mantis selbst liegt, geht aus der vorliegenden Darstellung nicht hervor. Die 7 Prozent beschreiben den Stand der Technik, nicht das Ergebnis des neuen Werkzeugs. Auch zu Lizenz, Testdatensätzen oder einem Vergleich mit anderen Sicherheitsagenten liegen uns keine Angaben vor.

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Häufige Fragen

Was ist Google Mantis?

Ein quelloffenes Agenten-Framework von Google, das den Weg von der gefundenen Schwachstelle über Prüfung und Reproduktion in der Sandbox bis zum Patch automatisieren soll.

Wo bekomme ich Mantis?

Google hat den Code auf GitHub veröffentlicht, dazu einen Referenzleitfaden zu den einzelnen Stufen. Zur Lizenz macht die vorliegende Darstellung keine Angaben.

Wie reduziert Mantis Fehlalarme?

Durch Kritik- und Review-Agenten, regelbasierte Negativfilter und vor allem durch das Nachstellen eines Fundes in einer abgeschotteten Umgebung als Beleg.