Nvidia kauft Hugging Face für 12,93 Milliarden Dollar
Der Chipkonzern übernimmt die Plattform mit drei Millionen Modellen. Huang sagt Offenheit für fremde Beschleuniger zu, Abschluss geplant für 2027.
Symbolbild: Eine Person schiebt in einer Rechenzentrumsreihe eine Beschleunigerkarte in ein offenes Server-Rack, während an der Front Statusleuchten blinken.
Nvidia zahlt 12.930.300.000 US-Dollar für Hugging Face und will die Plattform nach dem für die erste Hälfte 2027 geplanten Abschluss offen für andere Chipanbieter halten.
Auf einen Blick
- Kaufpreis: 12.930.300.000 US-Dollar, nach Heise-Angaben rund 11,2 Milliarden Euro.
- Laut SEC-Mitteilung gehen rund 11,9 Milliarden US-Dollar an die Anteilseigner, bis zu 1 Milliarde in ein Mitarbeiter-Aktienprogramm.
- Auf der Plattform liegen 3 Millionen Modelle, 500.000 Datensätze und 1 Million Anwendungen.
- Nvidia nennt 18 Millionen Entwickler und mehr als 200.000 Unternehmen als Nutzer.
- Abschluss geplant für die erste Hälfte 2027, vorbehaltlich behördlicher Freigaben.
Nvidia übernimmt Hugging Face für 12.930.300.000 US-Dollar und will die Plattform nach dem für die erste Hälfte 2027 geplanten Abschluss offen für andere Chipanbieter halten. Angekündigt hat das Nvidia-Chef Jensen Huang am 3. September 2026.
Der Preis, bis auf die letzte Stelle
Auffällig ist schon die Form der Zahl: Nvidia nennt nicht „rund 13 Milliarden", sondern 12.930.300.000 US-Dollar. Heise rechnet das mit rund 11,2 Milliarden Euro um. Aus der SEC-Mitteilung geht laut Heise hervor, wie sich der Betrag aufteilt: rund 11,9 Milliarden US-Dollar fließen an die Anteilseigner, bis zu 1 Milliarde US-Dollar in ein Aktienprogramm für die Belegschaft.
Die beiden Unternehmen kennen sich lange. Nvidia hatte sich bereits 2023 an Hugging Face beteiligt und hat dort nach eigenen Angaben mehr als 500 Modelle und über 250 Datensätze veröffentlicht. Der Käufer ist also zugleich einer der größten Anbieter auf der gekauften Plattform.
Was Nvidia mitkauft
Hugging Face ist der Ort, an dem ein großer Teil der offenen KI-Welt abgelegt ist: 3 Millionen Modelle, 500.000 Datensätze und 1 Million Anwendungen. Nvidia zählt 18 Millionen Entwickler, Forschende und Kreative sowie mehr als 200.000 Unternehmen zu den Nutzern.
Verdient wird laut Heise mit Abonnements sowie mit Gebühren für Rechenleistung und Speicher. Gekauft wird damit weniger ein Umsatz als eine Verteilstelle — die Stelle, an der Entwickler entscheiden, welches Modell sie überhaupt anfassen.
Das Versprechen der Offenheit
Huang sagt zu, Hugging Face bleibe „eine offene Plattform" für das gesamte KI-Ökosystem. Entwickler sollen weiter selbst wählen, welche Modelle, Frameworks, Clouds und Rechenplattformen sie einsetzen. Nvidia-Rechenleistung soll ausdrücklich keine Voraussetzung sein, um über Hugging Face zu bauen oder auszuliefern. Auch die Unterstützung anderer Chip-Anbieter und das bekannte Smiley-Branding sollen bleiben.
Wie belastbar diese Zusage ist, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ablesen. Beide nennen eine Absichtserklärung des Käufers, keine vertragliche Bindung gegenüber der Community.
Was noch offen ist
Die Übernahme braucht Freigaben von Aufsichtsbehörden und soll erst in der ersten Hälfte 2027 abgeschlossen sein. Nvidia selbst führt als Risiko an, dass regulatorische Auflagen das Angebot auf Hugging Face einschränken könnten — besonders bei Modellen aus China.
Nicht überprüfbar war für diese Meldung, wie Wettbewerber, Kartellbehörden und Teile der Open-Source-Community auf den Kauf reagieren: eine dritte vorgesehene Quelle war technisch nicht abrufbar. Ebenso wenig nennen die beiden gelesenen Quellen eine Mitarbeiterzahl von Hugging Face oder Festlegungen zur künftigen Führung.
Häufige Fragen
Wie viel zahlt Nvidia für Hugging Face?
12.930.300.000 US-Dollar, nach Heise-Umrechnung rund 11,2 Milliarden Euro. Davon gehen rund 11,9 Milliarden US-Dollar an die Anteilseigner und bis zu 1 Milliarde US-Dollar in ein Aktienprogramm für Mitarbeiter.
Wann wird die Übernahme von Hugging Face abgeschlossen?
Geplant ist die erste Hälfte 2027. Voraussetzung sind die nötigen Freigaben der Aufsichtsbehörden; vorher ist der Kauf nicht wirksam.
Läuft Hugging Face künftig nur noch auf Nvidia-Hardware?
Nvidia sagt das Gegenteil zu: Die Plattform soll weiter andere Chip-Anbieter unterstützen, und Nvidia-Rechenleistung soll keine Bedingung für Entwicklung oder Auslieferung sein. Eine vertragliche Zusicherung nennen die Quellen nicht.