Japan plant weitere 944 Millionen Dollar für Rapidus
Tokio stockt die Chip-Förderung auf: 150 Milliarden Yen sollen im Haushalt 2027 an den 2-Nanometer-Hoffnungsträger fließen — gegen die TSMC-Abhängigkeit.

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)
Auf einen Blick
- METI plant laut Nikkei 150 Milliarden Yen (rund 944 Millionen Dollar) im Haushalt 2027
- Ziel: 2-Nanometer-Chips für KI ab 2027 in Japan fertigen
- Im Februar 2026 flossen bereits 267,6 Milliarden Yen von Staat und 32 Privatfirmen
- Zu den Investoren zählen Canon, Fujitsu, Sony, SoftBank, NTT und Toyota
- Strategisches Motiv: geringere Abhängigkeit von TSMC in Taiwan
Japans Wirtschaftsministerium METI will im Haushaltsjahr 2027 weitere 150 Milliarden Yen — rund 944 Millionen US-Dollar — für den heimischen Chiphersteller Rapidus bereitstellen. Das berichtet Nikkei; eine formale Bestätigung des Ministeriums steht noch aus. Ziel ist, die Fertigung modernster 2-Nanometer-Chips für KI-Anwendungen im eigenen Land aufzubauen.
Rapidus wurde erst 2022 gegründet und soll Japans Rückstand in der Halbleiterfertigung in einem Schritt aufholen. Die Regierung verfolgt damit ein strategisches Ziel: weniger Abhängigkeit vom taiwanischen Auftragsfertiger TSMC, auf dem heute fast die gesamte Versorgung mit Spitzenchips für KI, Robotik und Quantencomputing ruht.
Die neue Tranche reiht sich in eine wachsende Förderkette ein: Erst im Februar hatte Rapidus 267,6 Milliarden Yen eingeworben — 100 Milliarden vom Staat über die IT-Förderagentur IPA und 167,6 Milliarden von 32 Privatunternehmen, darunter Canon, Fujitsu, Sony, SoftBank, NTT und Toyota. "Dieser strategische Finanzierungsplan ermöglicht es Rapidus, planmäßig von der aktuellen F&E-Phase zur Massenproduktion von 2-Nanometer-Logikchips im Jahr 2027 voranzuschreiten", erklärte das Unternehmen in seiner Mitteilung.
Der Zeitplan bleibt sportlich: Massenproduktion bei 2 Nanometern ab 2027 — ein Sprung, für den TSMC und Samsung Jahrzehnte gebraucht haben. Im Juni vereinbarte Rapidus zudem eine Zusammenarbeit mit dem UK Semiconductor Centre.
Für Europa ist der Vorgang ein Referenzfall: Japan zeigt, wie ein Staat mit wiederholten Milliardentranchen und privater Ko-Finanzierung technologische Souveränität bei KI-Chips erkaufen will. Ob die Rechnung aufgeht, entscheidet sich an der Ausbeute der 2-Nanometer-Fertigung — dem härtesten Maßstab der Branche.
Häufige Fragen
Was ist Rapidus?
Ein 2022 gegründeter japanischer Chiphersteller, der mit massiver Staatsförderung ab 2027 modernste 2-Nanometer-Chips in Japan fertigen soll — als Gegengewicht zur Abhängigkeit von TSMC.
Wie viel Geld bekommt Rapidus jetzt zusätzlich?
Das Wirtschaftsministerium METI will laut Nikkei 150 Milliarden Yen, rund 944 Millionen US-Dollar, in den Haushalt für das Fiskaljahr 2027 einstellen. Formal beschlossen ist der Betrag noch nicht.
Warum investiert Japan so viel in eigene Chips?
Fast alle Spitzenchips für KI, Robotik und Quantencomputing kommen heute von TSMC aus Taiwan. Japan will diese strategische Abhängigkeit verringern und eigene Fertigungskompetenz zurückgewinnen.


