Zwei US-Zeitungen verklagen OpenAI und Microsoft
Die beiden Redaktionen werfen OpenAI und Microsoft vor, ihre Artikel ohne Erlaubnis als Trainingsmaterial genutzt und Passagen daraus wiedergegeben zu haben.
Symbolbild: In einem Gerichtsgebäude schiebt eine von hinten gezeigte Person einen dicken Schriftsatz über den Tresen, während ein Scanner einen Stapel Zeitungsseiten erfasst.
Seattle Times und Newsday haben OpenAI und Microsoft vor einem US-Bundesgericht verklagt, weil ihre Artikel nach Darstellung der Klage ohne Lizenz in das Training der KI-Modelle geflossen sein sollen.
Auf einen Blick
- Kläger sind The Seattle Times und Newsday, beklagt sind OpenAI und Microsoft.
- Eingereicht wurde die Klage beim US-Bezirksgericht für den Southern District of New York.
- Vorwurf: Training ohne Lizenz, dazu Wiedergabe von Passagen aus den Artikeln in Chatbot-Antworten.
- Die New York Times klagte bereits im Dezember 2023, ihr Verfahren läuft weiter.
- Microsoft zeigte sich laut GeekWire überrascht, aber gesprächsbereit; von OpenAI liegt keine Stellungnahme vor.
Seattle Times und Newsday haben OpenAI und Microsoft vor einem US-Bundesgericht verklagt. Die beiden Regionalzeitungen werfen den Unternehmen vor, ihre Berichterstattung ohne Lizenz als Trainingsmaterial verwendet zu haben. Zusätzlich sollen die Systeme auf Nutzerfragen hin Passagen aus ihren Artikeln wiedergeben. Verhandelt wird der Fall am US-Bezirksgericht für den Southern District of New York.
Was in der Klageschrift steht
Die Klage beschreibt generative KI-Systeme in scharfem Ton: Sie seien „gefräßige Konsumenten“ menschlich verfasster Inhalte und erzeugten daraus Kopien sowie abgeleitete Nachahmungen. Ohne Korrektur, so das Argument der Kläger, könne der Journalismus als Geschäftsmodell irreparabel beschädigt werden. Damit zielt der Schriftsatz nicht nur auf den einzelnen Kopiervorgang, sondern auf die wirtschaftliche Grundlage lokaler Redaktionen.
Eine Reihe, die im Dezember 2023 begann
Neu ist der Vorwurf nicht. Die New York Times hatte im Dezember 2023 als prominenteste Klägerin denselben Weg eingeschlagen, ihr Verfahren ist weiterhin anhängig. Seattle Times und Newsday reihen sich damit in eine wachsende Zahl von Verlagen ein, die den Rechtsweg dem Lizenzvertrag vorziehen.
Ein Detail, das die Sache unbequem macht
Microsoft und OpenAI hatten zuvor journalistische Projekte und Stipendien der Seattle Times mitfinanziert. Aus Partnern werden damit Prozessgegner – ein Muster, das die Branche derzeit häufiger erlebt. Ein Microsoft-Sprecher erklärte gegenüber GeekWire, man sei von der Klage überrascht, aber jederzeit bereit, sich zusammenzusetzen und Lösungen zu prüfen.
Was offen bleibt
Zur Höhe möglicher Schadenersatzforderungen und zum genauen Aktenzeichen liegen in den ausgewerteten Berichten keine belastbaren Angaben vor. Auch eine Stellungnahme von OpenAI ist bislang nicht dokumentiert. Ob die Kläger neben dem Urheberrecht weitere Anspruchsgrundlagen geltend machen, geht aus der verfügbaren Berichterstattung nicht hervor.
Häufige Fragen
Wer verklagt OpenAI und Microsoft?
Die Tageszeitungen The Seattle Times und Newsday, beide aus den USA.
Worauf stützt sich die Klage?
Auf Urheberrecht: Die Artikel sollen ohne Erlaubnis ins Modelltraining geflossen sein, und die Systeme sollen Passagen daraus ausgeben.
Wie hängt der Fall mit der Klage der New York Times zusammen?
Er folgt demselben Muster. Die New York Times klagte im Dezember 2023, das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.