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825 Millionen Euro: Uber-Strafe für Algorithmus-Sperren

Die niederländische Datenschutzbehörde verhängt die zweithöchste DSGVO-Strafe bisher: Uber ließ Software Fahrerkonten ohne menschliche Prüfung sperren.

825 Millionen Euro: Uber-Strafe für Algorithmus-Sperren

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)

Auf einen Blick

  • Strafe: knapp 825 Millionen Euro (rund 966 Millionen US-Dollar) — zweithöchste DSGVO-Strafe bisher
  • Vorwurf: vollautomatische Kontosperrungen ohne wirksame menschliche Prüfung
  • Ausgangspunkt: Beschwerde eines französischen Fahrers 2019, später über 170 Fahrer
  • Dritte Strafe der niederländischen Datenschutzbehörde gegen Uber
  • Uber kündigt Widerspruch an und nennt die Strafe unverhältnismäßig

Die niederländische Datenschutzbehörde Autoriteit Persoonsgegevens hat gegen Uber eine Strafe von knapp 825 Millionen Euro verhängt — umgerechnet rund 966 Millionen US-Dollar. Der Vorwurf: Uber ließ über Jahre einen Algorithmus Fahrerkonten automatisch deaktivieren, ohne ausreichende Warnung und ohne dass ein Mensch die Entscheidung prüfte. Es ist nach Angaben der Behörde die zweithöchste DSGVO-Strafe, die je ausgesprochen wurde.

Die DSGVO verbietet in Artikel 22 vollautomatisierte Entscheidungen mit erheblichen Folgen für Betroffene, wenn keine wirksame menschliche Kontrolle vorgesehen ist. Genau daran scheiterte Uber aus Sicht der Aufsicht: Eine Kontosperrung nimmt Fahrern faktisch die Erwerbsgrundlage. "Ein Computer sollte nicht allein Entscheidungen treffen, die derart gravierende Konsequenzen haben", erklärte Vize-Behördenchefin Monique Verdier laut TechCrunch.

Ausgangspunkt war die Beschwerde eines einzelnen französischen Fahrers aus dem Jahr 2019; später schlossen sich mehr als 170 Fahrer an. Für Uber ist es bereits die dritte Strafe derselben Behörde, die als federführende EU-Aufsicht zuständig ist, weil Ubers Europa-Zentrale in Amsterdam sitzt.

Uber widerspricht: Man sei mit der Entscheidung und der "unverhältnismäßigen Strafe" überhaupt nicht einverstanden, so ein Sprecher. Die meisten Sperrungen seien kurzzeitig, Fahrer könnten Widerspruch einlegen. Das Unternehmen kündigte an, gegen den Bescheid vorzugehen — das Verfahren dürfte sich damit über Jahre ziehen.

Über den Einzelfall hinaus ist die Entscheidung ein Signal an alle Plattform- und KI-Betreiber in Europa: Wer automatisierte Systeme über Existenzen entscheiden lässt, braucht nachweisbare menschliche Kontrolle. Für Unternehmen, die KI-gestützte Prozesse in HR, Kredit- oder Kundenbewertung einsetzen, wird der Fall zur Referenz.

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Häufige Fragen

Warum muss Uber 825 Millionen Euro zahlen?

Weil ein Algorithmus Fahrerkonten ohne ausreichende Warnung und ohne menschliche Prüfung deaktivierte. Das verstößt aus Sicht der niederländischen Datenschutzbehörde gegen das DSGVO-Verbot vollautomatisierter Entscheidungen mit erheblichen Folgen.

Ist das die höchste DSGVO-Strafe aller Zeiten?

Nein, die zweithöchste. Nur die Meta-Strafe von 1,2 Milliarden Euro aus dem Jahr 2023 lag höher.

Was bedeutet der Fall für andere Unternehmen?

Er setzt einen Maßstab für alle automatisierten Entscheidungssysteme in der EU: Sperrungen, Kündigungen oder Ablehnungen mit gravierenden Folgen brauchen nachweisbare menschliche Kontrolle und transparente Widerspruchswege.