KI fand Zero-Click-Lücke in WeChat-Telefonie
Ein KI-System bei der Sicherheitsfirma Calif fand einen Speicherfehler in der VoIP-Technik von WeChat – und baute daraus in zwei Tagen einen Exploit.
Symbolbild: In einem Testgestell eingespannte Smartphones zeigen einen eingehenden Anruf, während eine Hand ein Kabel nachsteckt.
Ein KI-System der US-Sicherheitsfirma Calif entdeckte in der VoIP-Architektur von WeChat einen Speicherfehler, über den sich ein Wurm ohne jede Nutzeraktion von Kontakt zu Kontakt hätte weiterverbreiten können; Tencent schloss die Lücke am 21. August 2026.
Auf einen Blick
- Betroffen: die VoIP-Architektur von WeChat auf iOS und Android – ein Speicherfehler in der Anruf-Technik.
- Meldung an Tencent am 24. Juli 2026, Updates für iOS und Android am 21. August 2026.
- Erster Exploit in zwei Tagen, der komplette Wurm „WeWorm“ in einer weiteren Woche.
- Potenziell über eine Milliarde WeChat-Konten betroffen; laut t3n sind Tencent keine Angriffe bekannt.
- Nach der Meldung sperrte WeChat die Konten von Calif – die Sperre wurde später zurückgenommen.
Ein KI-System der kalifornischen Sicherheitsfirma Calif hat in der VoIP-Architektur von WeChat einen Speicherfehler gefunden, der sich zu einem Zero-Click-Wurm ausbauen ließ. Tencent hat die Lücke inzwischen mit Updates für iOS und Android geschlossen.
Wie der Angriff funktioniert hätte
Der Einstieg war ein Anruf über die Sprachtelefonie von WeChat. Betroffene mussten ihn nicht annehmen – die Kompromittierung lief schon beim eingehenden Ruf. Laut t3n hätte allenfalls sehr schnelles Ablehnen den Exploit noch verhindern können.
Danach griff der Schädling auf die gespeicherten Kontakte zu, die in der App erweiterte Rechte genießen, und rief sie seinerseits an. Weil die Anrufe von bekannten Nummern kamen, wuchs die Ausbreitungsrate mit jedem übernommenen Konto. Der Code funktionierte plattformübergreifend auf Android und iOS.
Zwei Tage bis zum ersten Exploit
Bemerkenswert ist weniger die Lücke als das Tempo. Nachdem die KI die Schwachstelle identifiziert hatte, stand der erste funktionierende Exploit nach zwei Tagen, der vollständige Wurm nach einer weiteren Woche. Ohne diese Werkzeuge, so Calif-Chef Thai Duong gegenüber t3n, hätte die Arbeit ein größeres Team und mehrere Monate gebraucht.
Welches KI-Modell dabei zum Einsatz kam, nennt keiner der beiden Berichte. Auch zu einer Bug-Bounty-Prämie steht in beiden Texten nichts.
Meldung, Sperre, Patch
Calif meldete den Fehler am 24. Juli 2026 an Tencent. Kurz darauf sperrte WeChat die Konten der Sicherheitsforscher – eine Sperre, die später wieder aufgehoben wurde. Am 21. August 2026 verteilte Tencent die Updates für beide Plattformen.
Wer auf aktuellem Stand ist, ist damit geschützt. Für eine vollständige Übernahme des Smartphones hätte der Wurm zusätzliche Lücken gebraucht; das Konto allein reichte dafür nicht.
Was das für die Verteidigung heißt
Der Fall lässt sich als Beleg dafür lesen, dass KI vor allem Angreifern nützt. Calif dreht das Argument um: Geändert habe sich vor allem, dass solche Fehler nun schnell gefunden und geschlossen würden. Belastbar messen lässt sich das an einem einzelnen Fall nicht, und Vergleichszahlen liefern beide Berichte nicht.
Offen bleibt, ob die Lücke vor dem Patch jemandem sonst aufgefallen war. Tencent sind laut t3n keine Angriffe darauf bekannt; unabhängig bestätigt ist diese Angabe nicht.
Häufige Fragen
Ist WeChat jetzt sicher?
Für aktuelle Versionen ja. Tencent verteilte am 21. August 2026 Updates für iOS und Android, die den Speicherfehler in der VoIP-Technik schließen.
Musste man den Anruf annehmen, um infiziert zu werden?
Nein. Der Exploit lief bereits beim eingehenden Anruf; nur sehr schnelles Ablehnen hätte ihn laut t3n möglicherweise noch verhindert.
Welche KI hat die WeChat-Lücke gefunden?
Das ist nicht öffentlich. Beide Berichte sprechen nur von einem KI-System bei Calif und nennen weder Modell noch Anbieter.