BIP wächst 0,3 Prozent – Staatsdefizit bei 71,3 Milliarden
Das Statistische Bundesamt korrigiert das Wachstum im zweiten Quartal 2026 auf 0,3 Prozent nach oben – getragen vom Export, gebremst von sinkenden Ausrüstungen.
KI-generiertes Symbolbild: Containerkräne und ein Frachtkahn in einem Binnenhafen im ersten Morgenlicht.
Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gewachsen und damit um einen Zehntelpunkt stärker als zunächst gemeldet, während der Staat im ersten Halbjahr ein Defizit von 71,3 Milliarden Euro anhäufte.
Auf einen Blick
- BIP zweites Quartal 2026: +0,3 Prozent zum Vorquartal, korrigiert von zunächst 0,2 Prozent.
- Exporte +2,0 Prozent, Importe +1,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026.
- Ausrüstungen –1,4 Prozent, Bau +0,1 Prozent, privater und staatlicher Konsum je +0,1 Prozent.
- Staatsdefizit erstes Halbjahr 2026: 71,3 Milliarden Euro, 36,6 Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum.
- Davon Bund 48,1 Milliarden Euro (+29,0 Milliarden), Sozialversicherungen 1,8 Milliarden Euro im Minus.
Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 stärker gewachsen als zunächst berechnet. Das Statistische Bundesamt weist nun ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal aus statt der ersten Schätzung von 0,2 Prozent. Es ist das dritte Quartal in Folge mit einem Zuwachs. Zugleich meldet die Behörde für das erste Halbjahr ein Staatsdefizit von 71,3 Milliarden Euro.
Der Export trägt, die Ausrüstungen bremsen
Den Ausschlag gab erneut der Außenhandel. Die Exporte legten gegenüber dem ersten Quartal um 2,0 Prozent zu, die Importe um 1,5 Prozent. Destatis-Präsidentin Ruth Brand verwies darauf, dass der Anstieg wie schon im ersten Quartal „vor allem auf die gute Exportentwicklung“ zurückgehe.
Im Inland fällt das Bild gemischter aus. Die Ausrüstungsinvestitionen, zu denen Maschinen, Geräte und Fahrzeuge zählen, sanken um 1,4 Prozent. Die Bauinvestitionen stiegen um 0,1 Prozent, ebenso der private und der staatliche Konsum mit jeweils 0,1 Prozent. Der Zuwachs steht damit auf einer schmalen Basis.
Ein Halbjahresdefizit von 71,3 Milliarden Euro
Auf der Gegenseite der Statistik steht der Staat. Sein Defizit summierte sich im ersten Halbjahr 2026 auf 71,3 Milliarden Euro und lag damit 36,6 Milliarden Euro über dem Vorjahreszeitraum. Den größten Anteil trug der Bund mit 48,1 Milliarden Euro, ein Plus von 29,0 Milliarden Euro. Die Sozialversicherungen schlossen mit 1,8 Milliarden Euro im Minus ab.
Gemessen an der Wirtschaftsleistung entspricht das Halbjahresdefizit 3,1 Prozent und liegt über der Drei-Prozent-Marke des EU-Stabilitätspakts. Zur Einordnung gehört jedoch: Der Referenzwert des Pakts gilt für das Gesamtjahr, nicht für sechs Monate. Beide ausgewerteten Quellen nennen die 3,1 Prozent ausdrücklich als Halbjahreswert. Ob die Jahresquote 2026 die Marke überschreitet, ist mit diesen Zahlen noch nicht entschieden.
Was die Prognosen für 2026 sagen
Für das Gesamtjahr zeigen die Erwartungen nach oben. Die KfW hob ihre Prognose um 0,4 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent an, das Institut IMK rechnet mit mindestens 1,1 Prozent. Der breitere Ökonomenkonsens liegt bei rund 1,0 Prozent.
Zum Vergleich: 2025 wuchs die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent, in den beiden Jahren davor war sie geschrumpft. Ob die staatlichen Milliardeninvestitionen den Aufschwung tatsächlich tragen, lässt sich aus den Quartalszahlen allein nicht ablesen. Der einzige Posten, der diese Frage direkt berühren würde, sind die Ausrüstungsinvestitionen – und die sind zuletzt gesunken.
Häufige Fragen
Wie stark ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2026 gewachsen?
Um 0,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Das Statistische Bundesamt hat seine erste Schätzung von 0,2 Prozent um einen Zehntelpunkt nach oben korrigiert. Es ist das dritte Wachstumsquartal in Folge.
Wie hoch ist das deutsche Staatsdefizit 2026?
Im ersten Halbjahr 2026 lag es bei 71,3 Milliarden Euro, 36,6 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor. Das sind 3,1 Prozent der Wirtschaftsleistung dieses Halbjahres. Ein Wert für das Gesamtjahr liegt noch nicht vor.
Was treibt das Wachstum – Export oder Investitionen?
Der Export. Die Ausfuhren stiegen um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal, während die Ausrüstungsinvestitionen um 1,4 Prozent zurückgingen. Bau und Konsum steuerten je 0,1 Prozent bei.