Speicher auf Rekordniveau: DDR5-Aufschläge bis 440 Prozent, weil KI-Rechenzentren die Produktion binden
Arbeitsspeicher, SSDs und Festplatten sind zeitgleich so teuer wie nie. Entspannung erwarten Hersteller frühestens Mitte 2027.

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)
Auf einen Blick
- RAM, SSDs und Festplatten gleichzeitig auf Rekordniveau (Mitte August 2026)
- DDR5-Aufschläge von bis zu 440 Prozent gegenüber dem Niveau vor der Knappheit
- Branchenschätzungen: Rechenzentren binden rund 70 Prozent der hochwertigen Speicherchips
- Früher lag dieser Anteil bei etwa 20 bis 30 Prozent
- Entspannung erwarten Hersteller frühestens Mitte 2027
Der KI-Boom ist an einer Stelle angekommen, an der ihn auch Privatkunden spüren: beim Speicher. Mitte August 2026 liegen Arbeitsspeicher, SSDs und Festplatten gleichzeitig auf Rekordniveau – eine Konstellation, die es in dieser Form zuvor nicht gab, weil sich die drei Produktgruppen sonst unterschiedlich entwickeln.
Am deutlichsten trifft es DDR5. Marktbeobachter nennen Aufschläge von bis zu vierhundertvierzig Prozent gegenüber dem Niveau vor der Knappheit. Wer heute einen Rechner aufrüstet oder neu zusammenstellt, zahlt für dieselbe Speichermenge ein Vielfaches dessen, was noch vor wenigen Quartalen üblich war.
Die Ursache liegt nicht im Endkundenmarkt, sondern in der Zuteilung der Fertigung. Branchenschätzungen zufolge binden Rechenzentren inzwischen rund siebzig Prozent der hochwertigen Speicherchips; vor wenigen Jahren lag dieser Anteil noch bei zwanzig bis dreißig Prozent. Die großen Hersteller haben ihre Kapazitäten massiv in Richtung Hochleistungsspeicher für KI-Beschleuniger verschoben.
Damit konkurriert der klassische PC-Markt direkt mit einer Nachfrage, die deutlich höhere Preise zahlen kann und langfristige Abnahmemengen zusichert. Für Speicherhersteller ist die Entscheidung betriebswirtschaftlich naheliegend – für alle übrigen Abnehmer bedeutet sie Knappheit, die sich nicht durch Ausweichen auf eine andere Marke lösen lässt.
Kurzfristige Entlastung ist nicht in Sicht. Hersteller rechnen frühestens mit Mitte zweitausendsiebenundzwanzig mit einer Entspannung, weil neue Fertigungskapazität Jahre braucht. Einzelne Stimmen in der Branche halten die angespannte Lage sogar für deutlich länger anhaltend. Wer eine Anschaffung aufschieben kann, verschiebt sie derzeit.
Häufige Fragen
Warum steigen die Speicherpreise so stark?
Nicht wegen der Endkundennachfrage, sondern weil die Hersteller ihre Fertigung in Richtung Hochleistungsspeicher für KI-Beschleuniger verschoben haben. Der PC-Markt konkurriert nun mit einem Abnehmer, der mehr zahlt.
Hilft der Wechsel zu einer anderen Marke?
Nein. Die Knappheit betrifft die Fertigungskapazität selbst und damit alle Anbieter gleichermaßen.
Wann wird es wieder günstiger?
Hersteller rechnen frühestens mit Mitte 2027, weil neue Fertigungskapazität Jahre braucht. Einzelne Stimmen in der Branche erwarten eine deutlich längere Knappheit.


