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250 Millionen Dollar für Rechenzentren im Orbit — Nvidia steigt bei Starcloud ein

Bewertung 2,3 Milliarden Dollar, Nvidia steuert 25 Millionen bei. Das Versprechen: unbegrenzte Sonnenenergie und Kühlung im Vakuum. Der Engpass sind derzeit die Startplätze.

250 Millionen Dollar für Rechenzentren im Orbit — Nvidia steigt bei Starcloud ein

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)

Auf einen Blick

  • Finanzierung: 250 Millionen Dollar (Series-A-Erweiterung), Bewertung 2,3 Milliarden Dollar nach Geldzufluss
  • Investoren: Manhattan West (Lead), Nvidia mit 25 Millionen Dollar, Cisco Investments, Benchmark, EQT
  • Gesamtkapital seit Gründung 2024: 450 Millionen Dollar
  • Vorgeschichte: erster Rechenzentrums-Grafikprozessor H100 im Orbit im November 2025 an Bord von Starcloud-1, dort Training eines Modells
  • Mittelverwendung: Fertigungskapazität, gemeinsame Entwicklung mit Nvidia, Sicherung künftiger Startplätze

Das US-Unternehmen Starcloud hat 250 Millionen Dollar eingesammelt, um Rechenzentren in die Erdumlaufbahn zu bringen. Die Runde ist eine Erweiterung der Series A und bewertet das Unternehmen mit 2,3 Milliarden Dollar nach Geldzufluss. Angeführt wurde sie von Manhattan West, beteiligt sind unter anderem Nvidia mit 25 Millionen Dollar, Cisco Investments, Benchmark und EQT. Insgesamt hat Starcloud seit der Gründung 2024 damit 450 Millionen Dollar eingeworben.

Die Zusammenarbeit mit Nvidia ist nicht neu. Im November 2025 brachte Starcloud mit dem Satelliten Starcloud-1 den ersten Rechenzentrums-Grafikprozessor vom Typ H100 in den Orbit und trainierte dort nach eigenen Angaben ein Modell. Das Unternehmen betreibt damit nach eigener Darstellung als bisher einziges einen solchen Prozessor außerhalb der Erdatmosphäre.

Der Grundgedanke setzt am Energieproblem an. Rechenzentren auf der Erde konkurrieren um Netzanschlüsse, Grundstücke, Kühlwasser und lokale Genehmigungen. Im Orbit steht dauerhaft ungefilterte Sonneneinstrahlung zur Verfügung, und im Vakuum entfällt der Wasserverbrauch der Kühlung. Das Argument lautet also nicht "schneller", sondern "überhaupt versorgbar".

Dem stehen erhebliche technische Hürden gegenüber. Wärme lässt sich im Vakuum nur abstrahlen, nicht abführen — das erfordert große Radiatorflächen. Strahlung beschädigt Elektronik. Reparaturen sind praktisch ausgeschlossen, defekte Hardware bleibt defekt. Und die Datenanbindung zur Erde ist begrenzt, weshalb sich vor allem Aufgaben eignen, die viel rechnen und wenig übertragen.

Der aktuelle Engpass liegt jedoch woanders. Nach Darstellung von TechCrunch verknappen sich die verfügbaren Startgelegenheiten — die Mittel sollen deshalb ausdrücklich auch der Sicherung künftiger Startplatz-Kontingente dienen, neben dem Ausbau der Fertigungskapazität und der gemeinsamen Entwicklungsarbeit mit Nvidia. Wer Rechenzentren in den Orbit bringen will, braucht zuerst Raketen.

Einzuordnen ist das Vorhaben als Wette, nicht als Betriebsmodell. Bislang existiert ein einzelner Prozessor im Orbit, nicht ein Rechenzentrum. Die Runde finanziert den Versuch, aus einem Demonstrator eine Serie zu machen — zu einem Zeitpunkt, an dem die Kosten für Rechenzentren am Boden gerade spürbar steigen.

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Häufige Fragen

Warum sollte ein Rechenzentrum im Weltall günstiger sein?

Nicht der Betrieb ist günstiger, sondern die Versorgung einfacher. Im Orbit gibt es dauerhaft Sonnenenergie ohne Netzanschluss, Grundstück oder Genehmigungsverfahren, und die Kühlung braucht kein Wasser. Der Transport dorthin bleibt dagegen teuer.

Wie wird die Abwärme entsorgt?

Im Vakuum gibt es keine Luft und kein Wasser, an die Wärme abgegeben werden könnte. Sie lässt sich ausschließlich abstrahlen, was große Radiatorflächen erfordert. Die Kühlung ist damit eines der zentralen ungelösten Auslegungsprobleme solcher Systeme.

Läuft dort bereits ein Rechenzentrum?

Nein. Belegt ist bislang ein einzelner Grafikprozessor im Orbit seit November 2025, auf dem nach Unternehmensangaben ein Modell trainiert wurde. Von einem Rechenzentrum im eigentlichen Sinn ist das noch weit entfernt.