Sony und Warner Chappell verklagen Anthropic
Die Musikverlage werfen dem KI-Unternehmen und zwei Mitgründern vor, Zehntausende Werke über illegale Torrents beschafft zu haben.
Notenblätter und Aktenordner auf einem Anwaltstisch in einem leeren Gerichtssaal, eine KI-generierte Illustration zum Verfahren.
Sony Music Publishing, Warner Chappell und weitere Musikverlage haben Anthropic sowie die Mitgründer Dario Amodei und Benjamin Mann vor dem US-Bezirksgericht für den Northern District of California verklagt und fordern bis zu 150.000 US-Dollar pro Werk für Zehntausende Titel.
Auf einen Blick
- Kläger: Sony Music Publishing, Warner Chappell und weitere Musikverlage. Beklagte: Anthropic, Dario Amodei, Benjamin Mann.
- Gericht: US-Bezirksgericht für den Northern District of California.
- Gefordert: bis zu 150.000 US-Dollar je Werk, dazu bis zu 25.000 US-Dollar je Einzelfall.
- Umfang laut Klage: Zehntausende urheberrechtlich geschützte Werke.
- Vorgeschichte: 1,5 Mrd. US-Dollar im Fall Bartz, 3 Mrd. US-Dollar Klage von Concord und UMG seit Januar 2026.
Sony Music Publishing, Warner Chappell und weitere Musikverlage haben Anthropic vor dem US-Bezirksgericht für den Northern District of California verklagt. Mitbeklagt sind die beiden Mitgründer Dario Amodei und Benjamin Mann. Die Verlage verlangen Schadenersatz für Zehntausende geschützte Werke. Die Klage ging laut TechCrunch am Freitagabend ein, der Bericht datiert vom 29. August 2026.
Der Vorwurf: Torrents statt Lizenzen
Die Klageschrift spricht von einer dreisten Kampagne des illegalen Torrentings, Scrapings und Herunterladens geschützter Werke, mit der Anthropic sein Modell Claude trainiert habe. Die Verlage nennen das offenen Diebstahl und Piraterie. Beschafft worden seien Millionen Buchkopien, die Songtexte und Notensätze enthalten. Der Schwerpunkt der Vorwürfe liegt damit auf dem Weg, auf dem die Trainingsdaten ins Haus kamen.
Was gefordert wird
Die Verlage verlangen bis zu 150.000 US-Dollar pro Werk. Hinzu kommen bis zu 25.000 US-Dollar für jeden Einzelfall einer weiteren beanstandeten Handlung. Bei Zehntausenden Werken ergibt allein der erste Posten rechnerisch einen Betrag im Milliardenbereich. Eine konkrete Gesamtsumme nennen die vorliegenden Berichte nicht.
Anthropic steht nicht zum ersten Mal vor Gericht
Bereits im Januar 2026 reichten Concord Music Group und Universal Music Group eine eigene Klage über 3 Milliarden US-Dollar ein, betreut von demselben Anwaltsteam. Im Verfahren Bartz gegen Anthropic entschied das Gericht, dass die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke zulässig war, ihre Beschaffung über Piraterie dagegen nicht. Anthropic zahlte in diesem Fall 1,5 Milliarden US-Dollar. Genau diese Unterscheidung machen sich die Musikverlage nun zunutze.
Die Reaktion und die offenen Punkte
Anthropic weist die Vorwürfe zurück, widerspricht den Darstellungen der Verlage und kündigt an, sich vor Gericht entschieden zu verteidigen. Hinweis zur Quellenlage: Von den beiden für diesen Text vorgesehenen Quellen war nur TechCrunch abrufbar. Der Beitrag von The Verge ließ sich zum Redaktionsschluss nicht öffnen, verwendet wurde daraus nur ein kurzer Auszug. Die vollständige Liste der Kläger, das Aktenzeichen und der genaue Streitwert sind deshalb nicht unabhängig bestätigt.
Häufige Fragen
Wer verklagt Anthropic in diesem Fall?
Sony Music Publishing, Warner Chappell und weitere Musikverlage. Beklagt sind das Unternehmen selbst sowie die Mitgründer Dario Amodei und Benjamin Mann.
Wie viel Schadenersatz fordern Sony Music und Warner Chappell?
Bis zu 150.000 US-Dollar je Werk für Zehntausende Titel, dazu bis zu 25.000 US-Dollar je Einzelfall einer weiteren beanstandeten Handlung. Eine Gesamtsumme nennen die Berichte nicht.
Hat Anthropic schon früher einen Urheberrechtsstreit verloren?
Im Verfahren Bartz gegen Anthropic zahlte das Unternehmen 1,5 Milliarden US-Dollar. Das Gericht hielt das Training für zulässig, die Beschaffung über Piraterie jedoch nicht.