EU-KI-Verordnung: Erste Frist für systemische Risikobewertungen läuft ab
Anbieter besonders leistungsfähiger KI-Modelle mussten am 15. September erstmals formale Risikoberichte beim europäischen KI-Büro einreichen.

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)
Auf einen Blick
- Aktive Durchsetzung der EU-KI-Verordnung seit 2. August 2026
- Frist für erste systemische Risikobewertungen: 15. September 2026
- Schwelle: KI-Basismodelle mit Training über 10 hoch 25 Rechenoperationen
- Geprüft werden Sicherheitstest-Methoden, Energieverbrauch und Urheberrechts-Zusammenfassungen
- Rund 40 neue Stellen beim europäischen KI-Büro zur Durchsetzung ausgeschrieben
Die Europäische Union hat einen weiteren wichtigen Meilenstein bei der Durchsetzung ihrer KI-Verordnung erreicht: Seit dem 2. August 2026 setzen das europäische KI-Büro und nationale Behörden die Regeln aktiv durch. Am 15. September lief nun eine erste konkrete Frist ab, zu der Anbieter besonders leistungsfähiger KI-Modelle ihre ersten formalen Bewertungen sogenannter systemischer Risiken einreichen mussten.
Betroffen sind Anbieter von KI-Basismodellen, deren Training eine festgelegte Rechenleistungs-Schwelle von 10 hoch 25 Rechenoperationen überschreitet – eine Schwelle, die aktuell nur die größten Modelle der Branche erreichen. Das europäische KI-Büro prüft dabei unter anderem die verwendeten Methoden für Sicherheitstests, Angaben zum Energieverbrauch der Modelle sowie die Einhaltung der im Juli veröffentlichten, standardisierten Vorlage für Zusammenfassungen von Urheberrechts-relevanten Trainingsdaten.
Um die wachsende Zahl an Prüfungen zu bewältigen, baut die Behörde ihr Personal deutlich aus: Rund 40 neue Stellen in den Bereichen Technik, Recht und Betrieb wurden ausgeschrieben, Interessensbekundungen waren bis zum 8. September einzureichen.
Häufige Fragen
Was ist ein systemisches Risiko im Sinne der KI-Verordnung?
Damit sind potenzielle großflächige Schäden gemeint, die von besonders leistungsfähigen KI-Basismodellen ausgehen können, etwa durch Missbrauch, Kontrollverlust oder weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen.
Welche Unternehmen sind betroffen?
Anbieter von KI-Basismodellen, deren Training die Rechenleistungs-Schwelle von 10 hoch 25 Operationen überschreitet – praktisch nur die größten Modelle der Branche.
Was passiert bei Verstößen?
Das europäische KI-Büro und nationale Behörden führen technische Prüfungen durch; die KI-Verordnung sieht bei Verstößen empfindliche Bußgelder vor.


