Claude verbessert 160 Jahre alte Mathe-Schranke deutlich
Eine Claude-Forschungsversion hob die untere Schranke für Zeta-Nullstellen auf der kritischen Geraden von 41,6 auf 67,2 Prozent — Lean-verifiziert.

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)
Auf einen Blick
- Untere Schranke für Nullstellen auf der kritischen Geraden: von 41,6 % auf 67,2 % angehoben
- Rund 60 Subagenten, ca. 31 Mio. Output-Tokens in zwei Claude-Code-Sitzungen
- Etwa 2.400 Shell-Kommandos und numerische Checks gegen bekannte Zeta-Nullstellen
- Formal verifizierbarer Lean-Beweis; Review u. a. durch Brian Conrey und Dan Goldston
- Anthropic: Techniken führen voraussichtlich nicht zum Beweis der Riemannschen Vermutung
Anthropic hat eine unveröffentlichte Forschungsversion von Claude auf die Riemannsche Vermutung angesetzt — eines der berühmtesten ungelösten Probleme der Mathematik. Gelöst hat das Modell sie nicht. Aber es erzielte messbaren Fortschritt bei einem verwandten Problem: Der Anteil der Nullstellen der Zetafunktion, die nachweislich auf der kritischen Geraden liegen, wurde von bislang 41,6 auf 67,2 Prozent angehoben.
Der bisherige Bestwert galt als hartnäckige Marke der analytischen Zahlentheorie. Claude kombinierte für den neuen Beweis aktuelle Arbeiten mehrerer Mathematiker, ohne die Riemannsche Vermutung selbst vorauszusetzen — und übertraf damit den Stand der Forschung.
Bemerkenswert ist der Arbeitsmodus: Rund 60 koordinierte Subagenten verbrauchten in zwei Claude-Code-Sitzungen etwa 31 Millionen Output-Tokens, führten rund 2.400 Shell-Kommandos aus und prüften das Ergebnis numerisch gegen tausende bekannte Zeta-Nullstellen. Zusätzlich erstellte Claude einen formal verifizierbaren Beweis in Lean; zwei Anthropic-Mathematiker sowie die externen Experten Brian Conrey und Dan Goldston begutachteten die Arbeit.
Anthropic dämpft zugleich die Erwartungen: Man gehe nicht davon aus, dass die verwendeten Techniken zu einem Beweis der Riemannschen Vermutung führen. Es handle sich um einen begrenzten, aber echten Fortschritt — kein Durchbruch beim Jahrhundertproblem.
Einordnung: Nach OpenAIs Berichten über gelöste offene Probleme Anfang August liefern nun beide Labore Belege, dass orchestrierte KI-Agenten produktive Mathematik betreiben können. Der eigentliche Meilenstein ist die Verifikationskette — von Subagenten-Gegenprüfung bis zum Lean-Beweis.
Häufige Fragen
Hat Claude die Riemannsche Vermutung gelöst?
Nein. Verbessert wurde die untere Schranke eines verwandten Problems — der bewiesene Anteil der Nullstellen auf der kritischen Geraden stieg von 41,6 auf 67,2 Prozent.
Wie wurde das Ergebnis abgesichert?
Durch numerische Prüfungen, unabhängiges Nachbeweisen durch Subagenten, Review von internen und externen Mathematikern und einen formal verifizierbaren Lean-Beweis.
Warum ist das relevant?
Es ist einer der bislang klarsten Belege, dass agentische KI-Systeme eigenständig publikationsfähige Mathematik-Resultate erzielen können.


