YouTube Music kennzeichnet KI-Songs mit drei Labels
Drei Stufen – Fully, Partly oder No Gen AI – erscheinen jetzt auf der Player-Seite; monetarisieren dürfen Partner die Tracks trotzdem.
Kurz gesagt
YouTube Music zeigt bei Songs jetzt eine von drei KI-Kennzeichnungen – Fully Gen AI, Partly Gen AI oder No Gen AI – auf der Player-Seite und in der YouTube-App, gestützt auf Angaben der Musikpartner und eigene Erkennungswerkzeuge.
Auf einen Blick
- Drei Kennzeichnungen: Fully Gen AI, Partly Gen AI, No Gen AI – sichtbar auf der Player-Seite und in der YouTube-App.
- Ein Klick auf das Label führt zu einer Erläuterung, welche Rolle KI bei der Aufnahme gespielt hat.
- Auto-Tune und andere Tonhöhenkorrektur fallen unter No Gen AI, gelten also nicht als KI-Erzeugung.
- Monetarisierung bleibt unabhängig vom KI-Anteil erlaubt; YouTube setzt auf Offenlegung statt Sperren.
- Deezer meldete im Juli rund 90.000 vollständig KI-generierte Uploads pro Tag, etwa 50 % der Tagesuploads.
YouTube Music hängt an Songs jetzt eine von drei KI-Kennzeichnungen: Fully Gen AI, Partly Gen AI oder No Gen AI. Die Angabe erscheint auf der Player-Seite und reicht bis in die YouTube-App. Grundlage sind Deklarationen der Musikpartner, dazu kommen Erkennungswerkzeuge des Konzerns.
Drei Stufen statt eines pauschalen Warnhinweises
Die oberste Stufe meint Tracks, die vollständig von einem Modell erzeugt wurden. Partly Gen AI deckt den Mischfall ab: Künstlerinnen und Künstler haben KI-erzeugte Bestandteile mit real gespielten Elementen kombiniert. Wer mehr wissen will, tippt das Label an und bekommt eine Erläuterung zur konkreten Rolle der KI.
Interessant ist die dritte Stufe. No Gen AI schließt Produktionen ein, die mit Tonhöhenkorrektur wie Auto-Tune bearbeitet wurden. Studioübliche Werkzeuge zählen also ausdrücklich nicht als generative KI – eine Abgrenzung, die im Streit um „echte" Musik bislang oft verwischt wurde.
Offenlegen, nicht sperren
Anders als manche Konkurrenz koppelt YouTube die Kennzeichnung nicht an Geld: Monetarisierung bleibt erlaubt, egal wie hoch der KI-Anteil ausfällt. Der Ansatz setzt auf Transparenz statt auf Beschränkungen. Das passt zur eigenen Position – YouTube baut mit Dream Track selbst KI-Werkzeuge für Musik.
Wie andere Dienste reagieren
Der Anlass ist Masse. Deezer berichtete im Juli von rund 90.000 vollständig KI-generierten Uploads pro Tag, nach den im Bericht genannten Zahlen etwa 50 % des Tagesaufkommens; erkannte KI-Musik fliegt dort aus den Empfehlungen und erhält keine Tantiemen.
Spotify führt Labels und einen Spam-Filter für Musik. Apple Music will noch in diesem Jahr Hinweise unter dem Namen „Made With AI" nachziehen. TIDAL kennzeichnet vollständig KI-generierte Aufnahmen, erlaubt das Herausfiltern und nimmt sie aus der Tantiemenzuordnung heraus.
Was noch offen ist
Die ausgewertete Quelle nennt weder ein Startdatum noch die Länder des Rollouts, und sie sagt auch nicht, ob die Deklaration für Partner verpflichtend ist. Ebenso unklar bleibt, was bei falschen Angaben passiert. Ein zweiter Bericht zu derselben Ankündigung ließ sich für diesen Artikel technisch nicht öffnen und ist daher nicht eingeflossen.
Belege zur Ankündigung: TechCrunch vom 14.10.2026.
Häufige Fragen
Welche KI-Labels zeigt YouTube Music an?
Drei: Fully Gen AI für vollständig generierte Tracks, Partly Gen AI für Mischformen und No Gen AI, wenn keine generative KI im Spiel war.
Zählt Auto-Tune als KI-Musik?
Nein. Tonhöhenkorrektur wie Auto-Tune fällt laut der Einordnung unter No Gen AI und gilt damit nicht als generative KI.
Verdienen KI-generierte Songs auf YouTube weiter Geld?
Ja. YouTube erlaubt die Monetarisierung unabhängig vom KI-Anteil und setzt auf Offenlegung statt auf Sperren – anders als Deezer, das Tantiemen zurückhält.