Anthropic: 11,6-Milliarden-Cloud-Deal mit Akamai
Der Cloud-Vertrag läuft sieben Jahre, kann auf rund 20 Milliarden Dollar wachsen – und verschafft Anthropic einen Optionsschein auf bis zu fünf Prozent von Akamai.
Kurz gesagt
Anthropic verpflichtet sich, über sieben Jahre mindestens 11,6 Milliarden Dollar für Rechenkapazität bei Akamai auszugeben, und erhält im Gegenzug einen Optionsschein auf bis zu fünf Prozent der Akamai-Aktien.
Auf einen Blick
- Mindestvolumen 11,6 Milliarden Dollar über sieben Jahre; bei Ausbau bis rund 20 Milliarden Dollar.
- Optionsschein auf 7,7 Millionen Aktien, rund fünf Prozent von Akamai, Bezugspreis 111,33 Dollar.
- Zwei Prozent werden früh fällig; je 3 Milliarden Dollar Zusatzvolumen kommt rund ein Prozent dazu, maximal drei.
- Akamai plant rund 5,5 Milliarden Dollar Kapitalkosten und nennt zusätzlich 1,7 Milliarden Dollar.
- Akamai erwartet 2027 zwischen 150 und 300 Millionen Dollar Umsatz, Ende 2028 rund 1,7 Milliarden jährlich.
Anthropic hat sich verpflichtet, über sieben Jahre mindestens 11,6 Milliarden Dollar für Rechenkapazität bei Akamai auszugeben. Wächst der Bedarf wie erwartet, kann das Volumen auf rund 20 Milliarden Dollar steigen. Die Gegenleistung ist für einen Cloud-Vertrag unüblich: Akamai räumt Anthropic einen Optionsschein auf bis zu fünf Prozent der eigenen Aktien ein.
Wie der Anteil an Akamai zustande kommt
Der Optionsschein bezieht sich laut TechCrunch auf stimmrechtslose Vorzugsaktien, die in 7,7 Millionen Stammaktien wandelbar sind – etwa fünf Prozent der ausstehenden Aktien. Der Bezugspreis liegt bei 111,33 Dollar je Aktie. Rund zwei Prozent werden mit der ersten Zahlung fällig, der Rest ist an zusätzliche Bestellungen gekoppelt.
Für je weitere 3 Milliarden Dollar an Zusagen wird etwa ein Prozentpunkt frei. The Decoder rechnet das so zusammen: zwei Prozent für den heutigen Vertrag, weitere drei Prozent, wenn Anthropic um bis zu 9 Milliarden Dollar aufstockt. Wer mehr Rechenzeit kauft, bekommt also mehr vom Anbieter – ein Kunde wird schrittweise zum Miteigentümer.
CPUs statt Beschleuniger
Es geht laut TechCrunch nicht um GPUs oder TPUs, sondern um klassische Prozessoren. Der Bedarf daran wächst, weil KI-Agenten neben dem Modell selbst viel gewöhnliche Arbeit verrichten: Werkzeuge aufrufen, Daten aufbereiten, Ergebnisse prüfen. Diese Last landet auf CPUs, nicht auf den teuren Beschleunigern.
Akamai muss dafür Kapazität erst bauen. Das Unternehmen veranschlagt rund 5,5 Milliarden Dollar an Kapitalkosten und nennt zusätzlich 1,7 Milliarden Dollar. Erwartet werden 2027 zwischen 150 und 300 Millionen Dollar Umsatz aus dem Vertrag, mit Anlauf im zweiten Halbjahr, und bis Ende 2028 rund 1,7 Milliarden Dollar pro Jahr.
Ein weiterer Posten in einer sehr langen Liste
Im Mai 2026 war bereits ein Vertrag über 1,8 Milliarden Dollar zwischen beiden Unternehmen berichtet worden. Im Vormonat kam eine Zusage über 45 Milliarden Dollar an Kapazität bei Nscale dazu. The Decoder summiert die Abschlüsse der vergangenen elf Monate auf 517 Milliarden Dollar.
Dario Amodei hatte im Dezember 2025 selbst gewarnt, dass Anthropic bei einer kleinen Fehleinschätzung in die Insolvenz laufen könne. An der Börse überwog trotzdem die Zustimmung: Die Akamai-Aktie legte nachbörslich zweistellig zu – TechCrunch nennt bis zu 17 Prozent, The Decoder 22 Prozent.
Was offen bleibt
Der Vertrag hängt laut TechCrunch daran, dass Akamai bestimmte Liefer- und Verfügbarkeitsvorgaben erfüllt; beide Seiten können unter festgelegten Bedingungen aussteigen. Die zugesagten 11,6 Milliarden Dollar sind damit kein garantierter Zahlungsstrom.
Nicht abschließend geklärt ist außerdem, worauf sich die 1,7 Milliarden Dollar neben den Kapitalkosten beziehen: TechCrunch ordnet den Betrag Komponenten zu, The Decoder beschreibt ihn als Ausgaben bis Ende 2026. Auch eine Aufteilung der Kapazität nach Prozessortypen nennt keine der beiden Quellen.
Häufige Fragen
Wie viel zahlt Anthropic an Akamai?
Mindestens 11,6 Milliarden Dollar über sieben Jahre. Bei zusätzlichen Bestellungen kann das Volumen auf rund 20 Milliarden Dollar wachsen.
Bekommt Anthropic Anteile an Akamai?
Anthropic erhält einen Optionsschein auf bis zu fünf Prozent, umgerechnet 7,7 Millionen Stammaktien zum Bezugspreis von 111,33 Dollar. Rund zwei Prozent werden früh fällig, der Rest hängt an weiteren Zusagen.
Warum kauft ein KI-Unternehmen CPU-Kapazität?
Laut TechCrunch geht es um klassische Prozessoren, nicht um GPUs. KI-Agenten erzeugen viel Arbeit rund um das Modell herum, und die läuft auf CPUs.