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Crusoe: 3,9 Milliarden für Rechenzentren und KI-Fabriken

Die Series F bewertet den Rechenzentrumsbetreiber mit 30,9 Milliarden US-Dollar. Nvidia zeichnet mit – und ein 40-Millionen-Start-up setzt auf Solarparks.

Crusoe: 3,9 Milliarden für Rechenzentren und KI-Fabriken
Symbolbild: Ein modularer Rechenzentrumscontainer wird neben einer Solaranlage abgesetzt, waehrend zwei Arbeiter von hinten die Last einweisen und im Inneren die Serverschraenke blinken.

Kurz gesagt

Crusoe hat in einer Series F 3,9 Milliarden US-Dollar eingesammelt, wird damit mit 30,9 Milliarden US-Dollar bewertet und will das Geld sowohl in große Rechenzentren als auch in per Lkw transportierbare KI-Module stecken.

Auf einen Blick

  • Series F: 3,9 Milliarden US-Dollar frisches Kapital, Bewertung nach der Runde 30,9 Milliarden US-Dollar.
  • Lead-Investoren: Atreides Management, Mubadala Capital, Valor Equity Partners; mit dabei sind Nvidia, Founders Fund, GIC, QIA und TPG.
  • Vorrunde Oktober 2025: 1,38 Milliarden US-Dollar bei 10 Milliarden US-Dollar Bewertung – seither gut verdreifacht.
  • Kunden laut TechCrunch: Meta, Microsoft, Oracle und Jane Street; mit Jane Street ein Fünfjahresvertrag über 13 Milliarden US-Dollar.
  • Rune sammelte am 16.09.2026 40 Millionen US-Dollar ein – für Module mit bis zu 1.024 Grafikkarten direkt auf Solarparks.

Crusoe hat in einer Series F 3,9 Milliarden US-Dollar eingesammelt und wird nach der Runde mit 30,9 Milliarden US-Dollar bewertet. TechCrunch meldet den Abschluss am 17. September 2026. Das Geld soll in zwei sehr unterschiedliche Bauformen fließen: große Rechenzentren an festen Standorten und kleine, transportable KI-Module.

Wer mitgezeichnet hat

Angeführt wird die Runde von Atreides Management, Mubadala Capital und Valor Equity Partners. Beteiligt sind laut TechCrunch außerdem Founders Fund, GIC, Nvidia, die Qatar Investment Authority, Radical Ventures und TPG. Dass ein Chiphersteller bei einem seiner größten Abnehmer einsteigt, ist in dieser Branche inzwischen Routine – aussagekräftig bleibt es trotzdem.

Der eigentliche Datenpunkt ist der Bewertungssprung. Elf Monate zuvor, im Oktober 2025, nahm Crusoe 1,38 Milliarden US-Dollar bei 10 Milliarden US-Dollar Bewertung auf. Neu im Board sitzen Thomas Seifert, Finanzchef von Cloudflare, Bill Stein von Primary Digital Infrastructure und Redwood-Materials-Gründer JB Straubel.

Spark: das Rechenzentrum kommt per Lkw

Neben den klassischen Anlagen baut Crusoe eine modulare Variante namens Spark. Die Einheiten lassen sich per Lastwagen an einen Ort mit viel verfügbarem Strom fahren und dort ohne langwierigen Neubau aufstellen. Das dreht die übliche Reihenfolge um: sonst wird erst der Standort gewählt und dann jahrelang um den Netzanschluss verhandelt. Leistungsdaten je Einheit oder die Zahl bereits gebauter Module nennt der Bericht nicht.

Vom Gasfeld zur Rechenleistung

Crusoe startete 2018 damit, abgefackeltes Erdgas für Krypto-Mining zu verstromen, und richtete dieselbe Idee – gestrandete Energie, mobile Rechenleistung – später auf KI aus. Heute verdient das Unternehmen auf drei Wegen: Es vermietet Fläche im Rechenzentrum, vermietet GPUs und verkauft Rechenzeit für KI-Inferenz. Firmenchef Chase Lochmiller beschreibt das Ziel als Kontrolle über die ganze Kette, von den Elektronen bis zu den Tokens.

Zu den genannten Kunden zählen Meta, Microsoft, Oracle und Jane Street; die Anlage im texanischen Abilene nutzt OpenAI. Mit Jane Street besteht ein Fünfjahresvertrag über 13 Milliarden US-Dollar für GPUs und Infrastruktur.

Der Gegenentwurf: rechnen, wo der Strom entsteht

Wie eng Strom und Rechenleistung inzwischen gekoppelt sind, zeigt eine viel kleinere Runde einen Tag zuvor. Am 16. September 2026 sammelte das Start-up Rune, firmierend als Liitto Technology, 40 Millionen US-Dollar unter Führung von Spark Capital ein. Sein Modul RELIC nimmt bis zu 1.024 Grafikkarten auf und steht direkt auf dem Gelände eines Solarparks, derzeit an einer 200-Megawatt-Anlage in Texas. Später sollen auch Windparks folgen.

Rune wirbt damit, ein Modul in etwa einer Stunde aufzubauen, Fernleitungen und Transformatoren einzusparen und die Infrastrukturkosten dadurch um 85 Prozent gegenüber einem herkömmlichen Rechenzentrum zu senken; Lasten sollen binnen Wochen statt Jahren laufen. Das sind Angaben des Unternehmens, unabhängig geprüfte Messwerte liegen nicht vor. Firmenchef William Layden formuliert die These so: Jede Solaranlage sei ein schlafendes Rechenzentrum, während KI-Labore jahrelang auf einen Netzanschluss warteten.

Was offenbleibt

Keiner der beiden Berichte nennt die tatsächlich installierte Rechenleistung in Megawatt – weder für Crusoe noch für Rune. Auch wie Crusoe die 3,9 Milliarden US-Dollar zwischen festen Standorten und Spark-Modulen aufteilt, steht nicht in der Meldung. Beide Angaben würden mehr über das Unternehmen sagen als die Bewertung. Solange sie fehlen, misst die Runde die Zahlungsbereitschaft von Investoren, nicht gelieferte Rechenleistung.

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Häufige Fragen

Wie viel ist Crusoe nach der neuen Finanzierungsrunde wert?

30,9 Milliarden US-Dollar nach Abschluss der Series F. Die Vorrunde im Oktober 2025 hatte das Unternehmen noch mit 10 Milliarden US-Dollar bewertet.

Was ist eine modulare KI-Fabrik?

Eine vorgefertigte Recheneinheit, die per Lkw an einen Standort mit viel verfügbarem Strom gebracht und dort ohne Neubau aufgestellt wird. Crusoe nennt seine Variante Spark.

Wer hat in Crusoe investiert?

Angeführt haben Atreides Management, Mubadala Capital und Valor Equity Partners. Beteiligt sind außerdem Founders Fund, GIC, Nvidia, die Qatar Investment Authority, Radical Ventures und TPG.

Quellen

Weitere Berichte