Google erhält Option auf Marvell-Anteil für 12,2 Milliarden
Marvell räumt Google im Rahmen eines Custom-Chip-Deals das Recht ein, bis zu 58,97 Millionen Aktien zu kaufen. Die Marvell-Aktie sprang zweistellig.

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)
Auf einen Blick
- Warrant: bis zu 58,97 Mio. Marvell-Aktien, Gesamtwert rund 12,2 Mrd. US-Dollar
- Bindung an Abnahmeziele bis Geschäftsjahr 2033 (SEC-Filing)
- Umfang: KI-Inferenz-Beschleuniger, Storage, Networking, Memory-Controller
- Marktreaktion: Marvell +10 bis 11 %, Broadcom −3 %
- Kontext: Broadcom-Google-Vertrag bis 2031 bereits seit April 2026
Was wurde vereinbart? Der Chipentwickler Marvell Technology hat Google im Zuge einer erweiterten Partnerschaft für maßgeschneiderte KI-Chips einen Warrant eingeräumt: eine Option auf bis zu 58,97 Millionen Marvell-Aktien im Gesamtwert von rund 12,2 Milliarden US-Dollar. Die Ausübung ist laut SEC-Unterlagen an Abnahmeziele gekoppelt, die bis zum Geschäftsjahr 2033 laufen.
Was umfasst der Deal technisch? Laut Bloomberg entwickelt Marvell für Google unter anderem KI-Inferenz-Beschleuniger, Storage- und Netzwerktechnik, Memory-Interface-Controller sowie Near-Memory-Computing-Komponenten — also genau die Bausteine, mit denen Hyperscaler ihre Abhängigkeit von Nvidias teuren GPUs reduzieren wollen.
Wie reagierte die Börse? Die Marvell-Aktie legte am 19. August 2026 vorbörslich mehr als 11 Prozent zu und schloss laut CNBC rund 10 Prozent im Plus; Rivale Broadcom gab über 3 Prozent nach. Morningstar feierte den Vertrag in einer Analyse als „landing the white whale“ — den lange erhofften Großkunden.
Warum gerade jetzt? Google fährt seine Ausgaben für eigene Tensor Processing Units (TPUs) massiv hoch und verteilt die Fertigung auf mehrere Partner: Erst im April 2026 hatte Broadcom einen Langfristvertrag mit Google bis 2031 unterzeichnet. Aktienoptionen als Vergütungsbaustein kennen Anleger bereits aus ähnlichen Deals, etwa zwischen Google und Anthropic-Zulieferern oder OpenAI und AMD.
Was heißt das für den Markt? Custom Silicon wird zur strategischen Waffe im KI-Wettlauf: Wer als Hyperscaler eigene Chips kontrolliert, senkt Kosten pro Token und sichert Kapazität. Für europäische Unternehmen bedeutet das mittelfristig sinkende Inferenzpreise — und eine noch stärkere Konzentration der Wertschöpfung bei wenigen US-Konzernen.
Häufige Fragen
Was genau hat Google mit Marvell vereinbart?
Eine erweiterte Custom-Chip-Partnerschaft plus Warrant: Google darf bis zu 58,97 Millionen Marvell-Aktien im Wert von rund 12,2 Milliarden US-Dollar kaufen, gekoppelt an Abnahmeziele bis 2033.
Warum gibt Marvell Google eine Aktienoption?
Die Option belohnt garantierte Chip-Abnahmen: Je mehr Google kauft, desto mehr Anteile kann es beziehen — ein Modell, das Großkunden langfristig bindet.
Was bedeutet der Deal für Nvidia?
Er stärkt den Trend zu Custom Silicon: Hyperscaler wie Google reduzieren mit eigenen Chips ihre Abhängigkeit von Nvidias GPUs, was den Preisdruck im Inferenzmarkt erhöht.


