Google gibt Verlagen einen Preferred-Sources-Button
Leser können Publisher direkt auf deren Websites als bevorzugte Quelle markieren — Googles Antwort auf Traffic-Verluste durch KI-Antworten in der Suche.

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)
Auf einen Blick
- Einbettbarer Preferred-Sources-Button für Publisher, ausgerollt am 20. August 2026
- Grundfunktion seit Mai 2026 in AI Mode, AI Overviews und Top Stories
- Über 345.000 einzelne Quellen wurden laut Google seit dem Start als bevorzugt markiert
- Google: Nutzer klicken „doppelt so wahrscheinlich“ auf eine bevorzugte Quelle, wenn verfügbar
- Wirkt in Google Suche, Discover und Google News
Was ist passiert? Google hat einen einbettbaren „Preferred Sources“-Button für Verlage ausgerollt. Leser können damit direkt auf der Website eines Publishers festlegen, dass dessen Inhalte in der Google-Suche, in Discover und in Google News bevorzugt angezeigt werden. TechCrunch berichtete am 20. August über den Rollout; Google dokumentiert die Einbindung in seiner Search-Central-Hilfe.
Wie funktioniert der Button? Verlage betten den Button auf ihren Seiten ein; ein Klick markiert die Publikation als bevorzugte Quelle im Google-Konto des Lesers. Alternativ lassen sich Präferenzen weiterhin zentral über Googles Einstellungsseite verwalten, wo Nutzer nach Publikationen suchen können. Die Grundfunktion war im Mai 2026 in AI Mode, AI Overviews und Top Stories gestartet — neu ist, dass Publisher den Auswahlmoment jetzt selbst auf die eigene Seite holen können.
Was bringt das den Verlagen? Nach Googles eigenen Zahlen wurden seit dem Mai-Start über 345.000 einzelne Quellen als bevorzugt ausgewählt. Interne Auswertungen zufolge klicken Nutzer „doppelt so wahrscheinlich auf eine bevorzugte Quelle, wenn sie verfügbar ist“. Für Medienhäuser, deren Such-Traffic durch KI-Antwortkästen einbricht, ist das einer der wenigen direkten Hebel im Google-Ökosystem.
Warum macht Google das? KI-Overviews und der AI Mode beantworten immer mehr Anfragen direkt in der Suche — Klicks auf Verlagsseiten gehen messbar zurück, und der Druck aus der Branche wächst. Mit dem Button verlagert Google einen Teil der Kontrolle zu Lesern und Publishern, ohne das Kerngeschäft KI-Suche zu bremsen. Parallel testet der Konzern Discover-Anpassungen per Sprachbefehl und personalisierbare Audio-Briefings in Google News.
Was heißt das für deutsche Publisher? Der Button ist ein kostenloses Instrument zur Leserbindung: Wer treue Stammleser hat, kann sie jetzt aktiv bitten, die eigene Marke in Googles Systemen zu priorisieren. Er ersetzt aber keine Diversifizierung — die Grundrichtung, dass KI-Antworten Reichweite aus der klassischen Suche abziehen, bleibt bestehen.
Häufige Fragen
Was macht der Button genau?
Ein Klick markiert die jeweilige Publikation im Google-Konto des Lesers als bevorzugte Quelle — deren Inhalte erscheinen dann prominenter in Suche, Discover und News.
Kostet das die Verlage etwas?
Nein, die Einbindung ist kostenlos; Google stellt den Code über die Search-Central-Dokumentation bereit.
Löst das die Traffic-Krise der Verlage?
Nur teilweise. Der Button stärkt die Bindung von Stammlesern, ändert aber nichts daran, dass KI-Antworten insgesamt weniger Klicks auf Verlagsseiten durchlassen.


