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Google baut Agent Compute Engine für KI-Agenten

Jeder Agent läuft in einer eigenen microVM, die bei Leerlauf pausiert. Preview kommt in den nächsten Monaten, Preise nennt Google noch nicht.

Google baut Agent Compute Engine für KI-Agenten
Symbolbild: Eine behandschuhte Hand zieht ein Server-Blade halb aus einem dunklen Rack, während die Statusleuchten aufflackern.

Kurz gesagt

Agent Compute Engine ist Googles neue Laufzeitumgebung, die jeden KI-Agenten in einer eigenen microVM isoliert und bei Leerlauf automatisch pausiert.

Auf einen Blick

  • Jeder Agent erhält eine eigene microVM: Container-Effizienz bei Isolation wie in klassischer Virtualisierung.
  • Benchmark aus Googles eigener Darstellung: 200.000 Agenten gleichzeitig bei unter 500 ms Latenz.
  • Agent Substrate, eine quelloffene Kubernetes-Alternative, soll bis zu 10x höhere Rechendichte bringen.
  • Zugangsdaten liegen außerhalb der Sandbox; das Agent Gateway reicht sie im Namen des Agenten weiter.
  • Preview in den kommenden Monaten, Preise hat Google nicht genannt.

Google Cloud hat am 22.10.2026 die Agent Compute Engine vorgestellt: eine Laufzeitumgebung, die nicht für Webdienste, sondern für KI-Agenten gebaut ist. Jeder Agent bekommt dort eine eigene microVM, die schnell startet, bei Leerlauf automatisch pausiert und Arbeitsspeicher mit anderen Instanzen teilt. Der Dienst trägt laut Google bereits Gemini, die Preview soll in den kommenden Monaten folgen.

Sandbox statt Container

Die microVM ist der Kern des Angebots. Google beschreibt sie als Kombination aus der Effizienz von Containern und der Abschottung klassischer Virtualisierung. Die Instanzen laufen auf zustandslosen Appliances mit unveränderlichem Dateisystem, ein eigener Sicherheitschip prüft die Firmware-Integrität, und die eingesetzten CPUs bringen Gegenmaßnahmen gegen Seitenkanalangriffe mit.

Der Speicherzugriff aus der Sandbox heraus ist bewusst eng gehalten: Wer eine kompromittierte microVM übernimmt, soll dort weder Daten lesen noch löschen können. Ein- und ausgehender Verkehr muss eine isolierte Punkt-zu-Punkt-Grenze passieren, über einen lokalen Proxy ohne Sonderrechte und ein externes Gateway, das jede Verbindung gegen Richtlinien prüft. Leerlaufende Sandboxes erkennt die Plattform und fährt sie herunter.

Dazu kommen Operationen, die man eher aus der Virtualisierung als aus Agenten-Frameworks kennt: Klonen, Snapshots und Forks, Zurückspulen und Rollback. Ein Agent, der sich in eine Sackgasse arbeitet, lässt sich damit auf einen früheren Zustand zurücksetzen.

Zugangsdaten verlassen die Sandbox nicht

Credentials speichert Google außerhalb der Agenten-Umgebung. Das Agent Gateway holt sie ab und schickt sie im Namen des Agenten mit, sodass ein Einbruch in die Sandbox keine Zugangsdaten preisgeben soll. Mit der Agent Compute Engine erscheint eine neue Gateway-Version, die zusätzlich Model-Routing übernimmt: Anfragen gehen an das Modell, das für den jeweiligen Schritt am effizientesten passt.

Der zweite Baustein ist Token-Management. Es soll den Tokenverbrauch über Agenten und Modelle hinweg steuerbar machen und Ausgaben einzelnen Verursachern zuordnen, also ein Kostenhebel für Betreiber, die Dutzende Agenten parallel laufen lassen. Die Governance-Funktionen reichen nach Googles Angaben über Cloud Run, GKE und lokale Geräte; für Autorisierung durch Dritte nennt das Unternehmen Ping Identity und SailPoint.

Agent Substrate und die genannten Zahlen

Unter der Oberfläche liegt Agent Substrate, das Google als quelloffene Alternative zu Kubernetes beschreibt und das bis zu 10x höhere Rechendichte erreichen soll. In einem Benchmark liefen demnach 200.000 Agenten gleichzeitig bei unter 500 ms Latenz. Beide Werte stammen aus Googles eigener Darstellung und sind nicht unabhängig überprüft.

Was offen bleibt

Preise nennt Google nicht, ein konkretes Datum für die Preview ebenfalls nicht. Auch die Bezeichnung des Sicherheitschips lässt sich aus den beiden vorliegenden Berichten nicht entscheiden: the decoder schreibt von einem Titanium-Chip, SiliconANGLE von Titan-Sicherheitschips. Als Urheber genannt werden die Distinguished Engineers Ramanathan Venkatapathy und Rohit Jnagal sowie die Vice Presidents Nirav Mehta, Michael Bachman und Kevin Hutchins.

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Häufige Fragen

Was ist Google Agent Compute Engine?

Eine Laufzeitumgebung von Google Cloud speziell für KI-Agenten. Jeder Agent läuft in einer eigenen microVM, die bei Leerlauf pausiert, Arbeitsspeicher teilt und per Hardware vom Rest der Plattform getrennt ist.

Wann kommt Agent Compute Engine und was kostet sie?

Google kündigt eine Preview für die kommenden Monate an, ohne ein Datum zu nennen. Preise wurden zur Vorstellung am 22.10.2026 nicht veröffentlicht, belastbare Kostenrechnungen sind daher nicht möglich.

Wie schützt die microVM einen KI-Agenten?

Der Speicherzugriff aus der Sandbox ist eng begrenzt, der gesamte Verkehr muss eine isolierte Punkt-zu-Punkt-Grenze passieren, und Zugangsdaten liegen außerhalb: Das Agent Gateway reicht sie stellvertretend weiter.

Quellen

Weitere Berichte