LIVE
Alle Meldungen ›
AI IN LIFENEWS
Tools & AnwendungenWirtschaft & DealsKI-ModelleGesellschaftChips & InfrastrukturForschungSicherheitRegulierung & RechtRobotik OpenAIAnthropicGoogle & DeepMindAlibaba / QwenxAIMetaByteDance
TOOLS

25 Fields-Medaillisten: KI löst, versteht aber nicht

Ein Aufruf von 25 Fields-Medaillisten stellt die Benchmark-Logik der KI-Labore infrage: Gelöste Probleme seien nur Mittel zum Zweck, nicht das Ziel.

25 Fields-Medaillisten: KI löst, versteht aber nicht
Symbolbild: In einem Seminarraum entsteht eine Tafelskizze, während daneben ein kleiner Rechenknoten mit blinkenden Status-LEDs arbeitet.

Kurz gesagt

25 Trägerinnen und Träger der Fields-Medaille erklären in einer am 11.09.2026 veröffentlichten Stellungnahme, dass KI-Systeme, die berühmte Probleme im Benchmark-Tempo lösen, am eigentlichen Ziel der Mathematik vorbeiarbeiten: am begrifflichen Verständnis.

Auf einen Blick

  • 25 Fields-Medaillisten unterzeichneten die Erklärung; Terence Tao veröffentlichte sie am 11.09.2026 in seinem Blog.
  • Kernsatz: Ein Problem zu lösen sei nur Werkzeug und Stellvertretergröße für das eigentliche Ziel, Verständnis und Einsicht.
  • Vier Einwände: Tempo vor Ausarbeitung, ungeklärte Zuschreibung, fehlende Übertragung in den Kanon, Folgen für die Ausbildung.
  • Die Erklärung nennt die Leidener Erklärung als Vorbild und bittet um weitere Unterschriften aus der Fachwelt.
  • Die Domain mathandai.org antwortete bei unserem Abruf mit HTTP 403; die dortige Unterschriftenliste ist damit ungeprüft.

Am 11.09.2026 veröffentlichte der Mathematiker Terence Tao eine gemeinsame Erklärung von 25 Trägerinnen und Trägern der Fields-Medaille. Der Vorwurf darin lautet nicht, KI-Systeme seien zu schwach für ernsthafte Mathematik. Er lautet, dass sie auf die falsche Zielgröße hin optimiert werden.

Der Stellvertreter wird zum Ziel erklärt

Im Kern steht ein einziger Gedanke: Ein Problem zu lösen sei nur Werkzeug und Stellvertretergröße für das, worum es in der Forschung eigentlich gehe — um begriffliches Verständnis und um Einsicht. Wer berühmte offene Probleme als Leistungsnachweis für Modelle benutzt, misst damit den Stellvertreter und nicht die Sache selbst.

Die Unterzeichnenden führen das bis zur Konsequenz: Eine immer schnellere Massenproduktion von Wahr-falsch-Aussagen könne, in ihren Worten, „fruchtbaren Boden zerstören“, statt neuen Ideen Leben einzuhauchen.

Vier Einwände, die über Benchmarks hinausgehen

  • Tempo vor Ausarbeitung: Ergebnisse würden in Eile angekündigt, ohne Zeit für eine saubere Niederschrift, für das Herauslösen der neuen Methoden und für die Einordnung früherer Arbeiten.
  • Zuschreibung: Die Praxis werfe ungeklärte Fragen von Urheberschaft und Plagiat auf.
  • Übertragung: Ohne Fachleute, die KI-Ideen in den mathematischen Kanon einarbeiten, blieben diese Ideen nach Lesart der Erklärung nie wirklich lebendig.
  • Ausbildung: Jahre des Trainings erzeugen nicht nur richtige Antworten, sondern die Fähigkeit, überhaupt neue Fragen zu stellen.

Was gefordert wird — und was nicht

Die Erklärung bittet um weitere Unterschriften aus der Fachwelt und richtet ihren Appell zugleich an die Mathematik, an die KI-Branche und an die Öffentlichkeit. Konkrete Regeln, Fristen oder Aufsichtsmechanismen nennt sie nicht. Als Vorbild verweist sie auf die Leidener Erklärung.

Bemerkenswert ist auch, wen der Text nicht nennt: Einzelne Firmen oder Modellnamen kommen in der Erklärung selbst nicht vor. Ein Unternehmensname taucht nur mittelbar auf, über einen im Blogbeitrag verlinkten Bericht des Economist.

Was offenbleibt

Die Domain mathandai.org, auf der die Erklärung gesammelt werden soll, antwortete bei unserem Abruf mit HTTP 403. Die dortige Unterschriftenliste, ihr aktueller Stand und der vollständige Wortlaut ließen sich deshalb nicht unabhängig prüfen. Auch der Economist-Bericht lag uns nicht vor; alle Angaben in diesem Text stützen sich auf den Blogbeitrag von Terence Tao.

◈ KI-GENERIERTER BERICHT · QUELLEN VERLINKT

Häufige Fragen

Wer hat die Erklärung zu KI in der Mathematik unterschrieben?

Nach dem Blogbeitrag von Terence Tao sind es 25 Trägerinnen und Träger der Fields-Medaille als Erstunterzeichnende. Die vollständige Liste soll auf mathandai.org stehen, die Seite war bei unserem Abruf jedoch nicht erreichbar (HTTP 403).

Was werfen die Mathematiker den KI-Firmen konkret vor?

Dass das Lösen berühmter Probleme als Erfolgsmaßstab behandelt wird, obwohl es nur ein Stellvertreter für das eigentliche Ziel sei. Dazu kommen Eile bei Ankündigungen, ungeklärte Zuschreibung und Sorge um die Ausbildung des Nachwuchses.

Verbietet die Erklärung den Einsatz von KI in der Forschung?

Nein. Sie enthält keine Verbote, keine Fristen und keinen Aufsichtsmechanismus, sondern bittet um weitere Unterschriften und um eine Debatte in Fachwelt, Industrie und Öffentlichkeit.

Quellen

Weitere Berichte