Telekom will mit KI 2,5 Milliarden Euro einsparen
Auf dem Investorentag nennt der Konzern Zahlen: 1,1 Milliarden Euro weniger indirekte Kosten 2027, 2,5 Milliarden bis 2030 – Technikkosten nicht eingerechnet.
Kurz gesagt
Die Deutsche Telekom will ihre indirekten Jahreskosten mit KI und Automatisierung bis 2030 um rund 2,5 Milliarden Euro gegenüber 2023 senken, davon 1,1 Milliarden Euro bereits 2027.
Auf einen Blick
- Indirekte Jahreskosten sollen bis 2030 rund 2,5 Milliarden Euro unter dem Niveau von 2023 liegen.
- Für 2027 sind Bruttoeinsparungen von 1,1 Milliarden Euro gegenüber 2023 vorgesehen.
- Die Kosten der KI-Technik selbst sind in dieser Einsparrechnung nicht enthalten.
- KI-Umsatz mit Geschäftskunden außerhalb der USA: rund 250 Millionen Euro in diesem Jahr, 800 Millionen Euro bis 2030.
- Ein Chatbot übernahm im ersten Halbjahr rund 2,6 Millionen Service-Anrufe; in den USA sank die Anrufzahl um 55 Prozent.
Die Deutsche Telekom will ihre indirekten Jahreskosten mit KI und Automatisierung bis 2030 um rund 2,5 Milliarden Euro gegenüber 2023 senken. Das teilte der Dax-Konzern am Montag, 05.10.2026, anlässlich eines Investorentags mit. Für 2027 sind Bruttoeinsparungen von 1,1 Milliarden Euro vorgesehen, ebenfalls gemessen am Jahr 2023.
Was in den 2,5 Milliarden Euro steckt – und was nicht
Die Zielgröße betrifft indirekte Kosten, also Aufwand abseits der direkt dem Umsatz zurechenbaren Posten. Entscheidend für die Einordnung ist eine Einschränkung, die der Konzern selbst macht: Die Kosten der eingesetzten KI-Technik sind in dieser Rechnung nicht enthalten. Die 2,5 Milliarden Euro sind damit eine Brutto-, keine Nettoentlastung.
Eingesetzt wird KI nach Angaben des Unternehmens dort, wo viel wiederkehrende Arbeit anfällt: im Netzbetrieb, im Kundenservice, in der Softwareentwicklung und in Verwaltungsprozessen. Konzernchef Tim Höttges sagte, KI verändere „die Telekom von Grund auf“ und mache die Netze „noch besser und intelligenter“.
Im Service rechnet der Konzern bereits ab
Die konkretesten Zahlen kommen aus dem Kundenservice. Ein Chatbot hat im ersten Halbjahr rund 2,6 Millionen Anrufe übernommen. Im US-Geschäft sank die Zahl der Anrufe beim Kundenservice um 55 Prozent, KI-Agenten bearbeiten dort inzwischen 40 Prozent der Kundenkontakte.
KI soll auch Umsatz bringen
Neben der Kostenseite steht ein Umsatzziel. Außerhalb der USA will die Telekom den KI-bezogenen Umsatz mit Unternehmenskunden bis 2030 auf 800 Millionen Euro steigern. In diesem Jahr sollen es rund 250 Millionen Euro sein – das Ziel entspricht also etwa einer Verdreifachung in vier Jahren.
Was offen bleibt
Die hier ausgewerteten Berichte nennen keine Zahl zu Stellen, die durch die Automatisierung wegfallen oder verlagert werden. Auch wohin die eingesparten Mittel fließen, wird dort nicht beziffert. Eine Teasermeldung von Golem.de nennt den Glasfaserausbau als ein Ziel eines Teils der Summe; der Artikel war für diese Bearbeitung hinter einer Zustimmungsschranke nicht zugänglich, die Angabe bleibt daher unbestätigt.
Zu prüfen ist das Ziel ab dem Geschäftsbericht für 2027: Dann lässt sich erstmals gegenrechnen, ob die 1,1 Milliarden Euro tatsächlich in den indirekten Kosten ankommen.
Häufige Fragen
Wie viel will die Telekom mit KI einsparen?
Rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr bis 2030, gemessen an den indirekten Kosten des Jahres 2023. Für 2027 sind 1,1 Milliarden Euro Bruttoeinsparung vorgesehen.
Streicht die Telekom dafür Stellen?
Dazu nennen die ausgewerteten Berichte zum Investorentag keine Zahl. Genannt werden nur die Einsatzfelder Netzbetrieb, Kundenservice, Softwareentwicklung und Verwaltung.
Wie viel Umsatz soll KI der Telekom bringen?
Außerhalb der USA 800 Millionen Euro mit Unternehmenskunden bis 2030, gegenüber rund 250 Millionen Euro in diesem Jahr.