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Apple will KI-Modelle doch mit Nutzerdaten trainieren

Ein Zusatz in Apples KI-Richtlinien öffnet Siri-Mitschnitte fürs Modelltraining – freiwillig, aber der Zustimmungsdialog lässt sich nicht dauerhaft ablehnen.

Apple will KI-Modelle doch mit Nutzerdaten trainieren
Symbolbild: An einem Prüfstand justiert eine Hand die Halterung einer smarten Uhr, während ein Messgerät daneben abstrakte Wellenformen zeichnet.

Kurz gesagt

Apple hat seine KI-Leitlinie um eine Ausnahme ergänzt: Wer beim Einrichten der Siri-KI zustimmt, gibt Sprachdaten für das Training der Modelle frei.

Auf einen Blick

  • Apples KI-Leitlinie gilt nun mit Ausnahme: kein Training mit persönlichen Daten, außer man stimmt ausdrücklich zu.
  • Betroffen: Siri-Dialoge, Transkripte, Diktate sowie Audiomitschnitte von Anfragen und Antworten.
  • Die Apple Watch kann Gesprächsausschnitte von 15 Sekunden transkribieren und als Siri-Zusammenfassung ausgeben.
  • Der Zustimmungsdialog erscheint mit iOS 27 am 14.09.2026; ablehnen geht nur über „Jetzt nicht“.
  • Apple: keine Verknüpfung mit dem Apple-Konto, Audiomaterial höre ausschließlich eigenes Personal.

Apple hat die eigene Leitlinie zur KI-Entwicklung still verändert: Aus dem festen Satz, dass persönliche Daten niemals in das Training der Foundation Models fließen, ist ein Satz mit Ausnahme geworden. Wer beim Einrichten der Siri-KI zustimmt, stellt seine Sprachdaten für die Verbesserung der Modelle bereit. Das berichtet Leo Becker am 12.09.2026 auf heise online.

Ein Punkt wurde zum Nebensatz

Bisher stand die Zusage ohne Einschränkung in Apples Grundsätzen für verantwortungsvolle KI. Nun folgt dem Versprechen sinngemäß der Zusatz, es gelte nicht, wenn man sich ausdrücklich entscheide, bei der Verbesserung der Modelle mitzuhelfen. Die Aussage bleibt formal bestehen – sie greift nur nicht mehr für alle.

Welche Daten gemeint sind

Laut heise online geht es um Siri-Konversationen und deren Transkripte, um Diktate und um Audiomitschnitte von Anfragen samt Antworten. Dazu kommt das neue Mithören der Apple Watch, das Gesprächsausschnitte von 15 Sekunden transkribieren und zu einer Siri-Zusammenfassung verdichten kann. Es geht damit nicht um Randfunktionen, sondern um den Kern der Sprachbedienung.

Ein Opt-in mit schmalem Ausgang

Der Dialog erscheint beim Aktivieren der Siri-KI, die mit iOS 27 am 14.09.2026 kommt. Dauerhaft ablehnen lässt sich die Abfrage nicht: Zur Wahl steht eine unauffällige Schaltfläche im Sinne von „Jetzt nicht“. Wer die Zustimmung später zurückziehen will, findet den Schalter unter Einstellungen > Analyse & Verbesserungen.

Spannung zum eigenen Datenschutzversprechen

Apple sichert zu, die Daten nicht mit dem Apple-Konto zu verknüpfen; ein Teil davon werde von Prüfpersonal gesichtet, Audiomaterial höre ausschließlich eigenes Personal. Das steht quer zur Erzählung von Private Cloud Compute, wonach Cloud-Rechenleistung ohne Abstriche beim Schutzniveau lokaler Verarbeitung möglich sei. Vor Jahren geriet Apple bereits unter Druck, als Subunternehmer Siri-Aufnahmen mit sehr privaten Inhalten auswerteten.

Was offen bleibt

Für diese Meldung lag nur eine unabhängige Redaktion vor; eine zweite Bestätigung fehlt bislang. Ungeklärt ist zudem, wie lange Apple freigegebene Daten aufbewahrt, in welchen Ländern und Sprachen die Abfrage erscheint und wie groß der Anteil ist, den Menschen tatsächlich anhören. Solange Apple dazu nichts veröffentlicht, bleiben diese Punkte offen – und gelten nicht als geklärt.

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Häufige Fragen

Trainiert Apple KI-Modelle mit meinen Siri-Aufnahmen?

Nur wenn Sie zustimmen. Nach der geänderten Leitlinie ist Training mit persönlichen Daten ausgeschlossen, außer Sie entscheiden sich ausdrücklich für die Mithilfe.

Wie schalte ich das Siri-Training in iOS 27 ab?

Über Einstellungen > Analyse & Verbesserungen. Dort lässt sich die im Einrichtungsdialog erteilte Zustimmung nachträglich ändern.

Hören Menschen meine Siri-Aufnahmen mit?

Apple gibt an, dass Prüfpersonal einen Teil der Daten sichtet und Audiomaterial ausschließlich eigenes Personal hört. Wie groß dieser Anteil ist, nennt Apple nicht.

Quellen

Weitere Berichte