Warnstreik bei privaten Banken: Verdi will KI-Regeln
Rund 150.000 Bankbeschäftigte sind betroffen: Verdi fordert sechs Prozent mehr Gehalt – und verbindliche Regeln für den KI-Einsatz in den Instituten.
Kurz gesagt
Verdi ruft die rund 150.000 Beschäftigten privater Banken zu bundesweiten Warnstreiks auf und fordert neben sechs Prozent mehr Gehalt auch verbindliche Regeln für den Einsatz Künstlicher Intelligenz.
Auf einen Blick
- Rund 150.000 Beschäftigte privater Banken fallen unter den Tarifvertrag, darunter Deutsche Bank, Commerzbank und Unicredit.
- Forderung: sechs Prozent mehr Gehalt, monatlich 300 Euro mehr für Nachwuchskräfte, Laufzeit zwölf Monate.
- Verdi verlangt verbindliche Vereinbarungen zu Beschäftigungsschutz, Personalplanung und Qualifizierung beim KI-Einsatz.
- In der Eröffnungsrunde im Oktober legten die Arbeitgeber kein Angebot vor; die zweite Runde ist für den 2. November angesetzt.
- Erster ganztägiger Warnstreik am Montag in Hamburg, weitere regionale Aktionen in der Folgewoche geplant.
Verdi ruft die rund 150.000 Beschäftigten privater Banken zu bundesweiten Warnstreiks auf. Neben sechs Prozent mehr Gehalt verlangt die Gewerkschaft verbindliche Regeln für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in den Instituten. Den Auftakt macht ein ganztägiger Warnstreik am Montag in Hamburg, weitere regionale Aktionen sind für die Folgewoche angekündigt.
Was auf dem Tisch liegt
Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Gehalt sowie monatlich 300 Euro zusätzlich für Nachwuchskräfte, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Gelten soll das auch für übertariflich und außertariflich Beschäftigte. Hinzu kommen bis zu 20 zusätzliche bezahlte freie Tage pro Jahr, die sich aus Gehaltsbestandteilen umwandeln lassen. Namentlich betroffen sind unter anderem Deutsche Bank, Commerzbank und Unicredit.
KI ist diesmal Teil der Tarifrunde
Der für diese Seite entscheidende Punkt steht nicht in der Lohntabelle. Verdi will den Einsatz Künstlicher Intelligenz regeln und fordert dazu verbindliche Vereinbarungen zu Beschäftigungsschutz, Personalplanung und Qualifizierung. Damit rückt eine Frage, die bisher vor allem in einzelnen Betriebsvereinbarungen und Pilotprojekten verhandelt wurde, in eine Flächentarifrunde für eine ganze Branche.
Wie ein solches KI-Kapitel im Detail aussehen soll – Mitbestimmung bei der Einführung, Ansprüche auf Umschulung, Grenzen für automatisierte Entscheidungen –, ist öffentlich nicht aufgeschlüsselt. Belegt ist bislang die Forderung nach verbindlichen Vereinbarungen zu den drei genannten Punkten, nicht ein fertiger Vertragstext.
Wo die Arbeitgeber blockieren
In der Eröffnungsrunde im Oktober legte die Arbeitgeberseite kein Angebot vor und nannte die Forderungen überzogen. Über einen verstärkten Kündigungsschutz wollte sie nicht verhandeln. Die zusätzlichen freien Tage wären nach ihrer Rechnung fast zehn Prozent Arbeitszeitverkürzung. Carsten Rogge-Strang vom Arbeitgeberverband AGV Banken erwartet, dass der Warnstreik überschaubar bleibt und „keine spürbaren Auswirkungen im Bankenbetrieb“ hat.
Was wir nicht verifizieren konnten
Der Business-Ticker der FAZ führt in seiner Anrisszeile zusätzlich die Meldung, US-Großbanken sperrten KI-Agenten offenbar aus Kundenkonten aus. Diese Seite war für die Recherche nicht abrufbar, deshalb bleibt der Punkt hier ungeprüft. Welche Banken, welche Zugriffswege und welcher Zeitraum gemeint sind, ist aus der uns zugänglichen Quelle nicht belegbar.
Der nächste Termin
Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 2. November angesetzt, bis dahin baut Verdi den Druck über weitere regionale Warnstreiks auf. Für Beschäftigte in der Sachbearbeitung, im Service und in der Beratung hängt an dieser Runde deshalb mehr als eine Prozentzahl: ob Automatisierung im Bankbetrieb künftig tarifvertraglich eingehegt wird oder weiter Sache einzelner Häuser bleibt. Details nach Verhandlungsstand finden Sie im Bericht des Handelsblatts.
Häufige Fragen
Wann wird bei den privaten Banken gestreikt?
Den Auftakt macht ein ganztägiger Warnstreik am Montag in Hamburg. Für die Folgewoche kündigt Verdi weitere regionale Aktionen an, die zweite Verhandlungsrunde ist für den 2. November angesetzt.
Wie viele Beschäftigte betrifft die Tarifrunde der privaten Banken?
Die Tarifrunde erfasst rund 150.000 Beschäftigte privater Banken, darunter Häuser wie Deutsche Bank, Commerzbank und Unicredit.
Was fordert Verdi zum Thema Künstliche Intelligenz?
Verdi will den KI-Einsatz tarifvertraglich regeln und verlangt verbindliche Vereinbarungen zu Beschäftigungsschutz, Personalplanung und Qualifizierung. Ein ausformulierter Vertragstext liegt öffentlich nicht vor.