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Studie: Ausdrucksstarke Roboter verlieren Vertrauen schneller

Gestik und Blickkontakt schaffen Bindung — doch nach Fehlern halbiert sich der Einfluss expressiver Roboter, zeigt eine Hirnstudie in Science Robotics.

Studie: Ausdrucksstarke Roboter verlieren Vertrauen schneller

Symbolbild · KI-generiert (AI IN LIFE)

Auf einen Blick

  • Publikation: Science Robotics 2026, Drexel University, Seniorautor Hasan Ayaz
  • 50 erwachsene Probanden, Sitzungen von je rund 2,5 Stunden mit Pepper-Roboter
  • Nach Fehlern sank der Einfluss des expressiven Roboters um mehr als die Hälfte
  • Messmethoden: fNIRS-Hirnbildgebung, Oxytocin-Speichelproben, Vertrauens-Surveys
  • Oxytocin stieg bei Fehlern — gedeutet als Wachsamkeits-, nicht als Bindungssignal

Menschenähnliches Verhalten ist für Roboter ein zweischneidiges Schwert: Eine neue Studie der Drexel University zeigt, dass expressive Humanoide zwar schneller Vertrauen aufbauen — es nach Fehlern aber auch deutlich stärker verlieren. Machte der Roboter Fehler, sank sein messbarer Einfluss auf Entscheidungen der Probanden um mehr als die Hälfte.

Für die in Science Robotics erschienene Untersuchung absolvierten 50 Erwachsene je rund zweieinhalbstündige Sitzungen mit dem Humanoiden Pepper — in zwei Varianten: einmal mit Blickkontakt, Gesten, Nicken und Bestätigungen, einmal regungslos bei identischen Dialogen. Auf zwei fehlerfreie Durchgänge folgte eine Sitzung mit absichtlichen Patzern.

Das Team um Seniorautor Hasan Ayaz kombinierte dabei drei Messebenen: Hirnaktivität per funktioneller Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS), das Bindungshormon Oxytocin über Speichelproben und klassische Vertrauens-Befragungen. Fehler des expressiven Roboters lösten Hirnmuster aus, die sonst bei Verletzungen sozialer Normen auftreten.

Überraschend: Während das berichtete Vertrauen fiel, stieg der Oxytocinspiegel bei den Fehlersitzungen an. Die Forscher deuten das nicht als Bindung, sondern als Wachsamkeitssignal. „Ausdrucksstärke ist nicht gratis. Sie kauft dir Engagement — und zugleich Zerbrechlichkeit“, kommentiert Neurowissenschaftler Frank Krueger von der George Mason University.

Für Hersteller von Service- und Pflegerobotern ist das eine Design-Warnung: Je menschenähnlicher eine Maschine auftritt, desto härter bestrafen Nutzer ihre Fehler. Wer Humanoide in Alltag, Handel oder Pflege bringen will, braucht entweder sehr hohe Zuverlässigkeit — oder bewusst zurückhaltendes Auftreten.

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Häufige Fragen

Was wurde untersucht?

50 Erwachsene interagierten mit einem expressiven und einem regungslosen Pepper-Roboter; gemessen wurden Hirnaktivität, Oxytocin und berichtetes Vertrauen — vor und nach absichtlichen Roboterfehlern.

Was ist das Kernergebnis?

Expressive Roboter bauen schneller Bindung auf, verlieren nach Fehlern aber überproportional Vertrauen: Ihr Einfluss auf Entscheidungen sank um mehr als die Hälfte.

Was heißt das für die Praxis?

Menschenähnliches Design lohnt sich nur bei hoher Zuverlässigkeit. Für fehleranfällige Systeme kann ein neutraleres Auftreten das Vertrauen der Nutzer besser schützen.