OpenAI entlässt drei Sicherheitsforscher – offener Brief
Tomek Korbak, Jasmine Wang und Mikita Balesni weisen den Vorwurf der Weitergabe interner Informationen zurück und fordern externe Sicherheitsprüfungen bei OpenAI.
Kurz gesagt
Drei von OpenAI entlassene Sicherheitsforscher bestreiten in einem offenen Brief den Vorwurf des Geheimnisverrats und fordern vom Unternehmen drei konkrete Zusagen zu externer Prüfung und Modellüberwachung.
Auf einen Blick
- Betroffen: Tomek Korbak, Jasmine Wang und Mikita Balesni – alle drei arbeiteten bei OpenAI an KI-Sicherheit und Alignment.
- OpenAI begründete die Trennung laut heise online und t3n mit der Weitergabe interner Informationen; die drei bestreiten das.
- Balesni sagt, er habe keine schriftliche Begründung erhalten, nur den Hinweis, OpenAI vertraue ihm nicht mehr.
- Der Brief nennt drei Forderungen: externe Audits, bessere Überwachung von Frontier-Modellen, offener Austausch mit Fachleuten.
- t3n datiert seinen Bericht auf den 9. Oktober 2026; der Brief selbst erschien auf X.
Drei von OpenAI entlassene Sicherheitsforscher bestreiten in einem offenen Brief den Vorwurf des Geheimnisverrats und fordern vom Unternehmen drei konkrete Zusagen zu externer Prüfung und Modellüberwachung. Tomek Korbak, Jasmine Wang und Mikita Balesni arbeiteten bei OpenAI in der Sicherheits- und Alignment-Forschung. Ihr Text erschien auf X und richtet sich erkennbar auch an die früheren Kolleginnen und Kollegen im Haus.
Der Kern: Sicherheit ist keine Hausaufgabe für ein einzelnes Unternehmen
Die Linie des Briefs trägt t3n schon in der Überschrift: OpenAI könne KI „nicht allein sicher machen“. Die Autoren argumentieren, dass Arbeit an den Risiken großer Modelle ohne engen Kontakt zu externen Fachleuten nicht funktioniert. Genau diesen Kontakt sehen sie nach den Entlassungen gefährdet. Zugleich halten sie fest, dass die Fähigkeit zur Überwachung moderner Modelle eher abnimmt als wächst.
Streit um den Kündigungsgrund
Laut heise online und t3n verwies OpenAI auf die Weitergabe interner Informationen. Die drei widersprechen dieser Darstellung. Balesni schildert, er habe keine schriftliche Begründung bekommen; im Abschlussgespräch sei ihm gesagt worden, das Unternehmen vertraue ihm nicht mehr, weil er häufig mit Organisationen außerhalb von OpenAI gesprochen habe. Diese Gespräche seien mit Management, Forschungsleitung und Board abgestimmt gewesen.
Drei Forderungen an das Unternehmen
- Externe Prüfung: OpenAI soll bestehende Zusagen zu unabhängigen Sicherheitsaudits einhalten und externen Fachleuten einen Zugang geben, der dem von Beschäftigten vergleichbar ist.
- Überwachbarkeit: Die Werkzeuge zur Beobachtung von Frontier-Modellen sollen ausgebaut werden, statt hinter deren Fähigkeiten zurückzufallen.
- Offener Austausch: Sicherheitsforschung im Haus soll in klar definierten Verfahren mit dem breiteren Sicherheitsökosystem sprechen dürfen.
Warum der Ton so scharf ist
Die Autoren beschreiben einen Abschreckungseffekt: Wer sieht, dass Kontakte nach außen zur Kündigung führen können, äußert sich intern vorsichtiger. Damit verliere OpenAI genau das Korrektiv, das Sicherheitsarbeit erst belastbar macht. t3n ordnet den Brief in eine Reihe jüngerer Vorgänge ein, darunter die Auflösung eines internen Teams für KI-Krisenfälle. Diese Einordnung stammt aus dem t3n-Bericht, nicht aus dem Brief selbst.
Was offen bleibt
Keine der beiden ausgewerteten Quellen enthält eine ausführliche Stellungnahme von OpenAI zu den einzelnen Forderungen. Das genaue Veröffentlichungsdatum des Briefs auf X ist dort ebenfalls nicht angegeben; t3n datiert lediglich seinen eigenen Bericht auf den 9. Oktober 2026. Ob weitere Personen den Brief unterzeichnet haben, geht aus den gelesenen Texten nicht hervor. Auch auf welche vertraglichen Zusagen sich die Forderung nach Audits genau stützt, bleibt dort unbelegt – und damit auch hier offen.
Häufige Fragen
Wer sind die drei entlassenen OpenAI-Forscher?
Tomek Korbak, Jasmine Wang und Mikita Balesni. Alle drei arbeiteten bei OpenAI in der Sicherheits- und Alignment-Forschung.
Warum hat OpenAI die drei Mitarbeiter entlassen?
OpenAI verwies laut heise online und t3n auf die Weitergabe interner Informationen. Die drei bestreiten das; Balesni erhielt nach eigener Aussage keine schriftliche Begründung, sondern nur den Hinweis, man vertraue ihm nicht mehr.
Was fordert der offene Brief von OpenAI?
Drei Dinge: Einhaltung der Zusagen zu externen Sicherheitsaudits mit vergleichbarem Zugang für Fachleute, bessere Überwachung von Frontier-Modellen und offenen Austausch mit dem Sicherheitsökosystem.