Von der Leyen will KI – Cohere übernimmt Aleph Alpha
In ihrer Rede zur Lage der Union verspricht die Kommissionspräsidentin KI mit weniger Energie und mehr Kontrolle – am selben Tag geht Aleph Alpha an Cohere.
Kurz gesagt
Ursula von der Leyen hat am 16. September 2026 in ihrer Rede zur Lage der Union ein klares Bekenntnis zu Künstlicher Intelligenz abgegeben und ab November Initiativen für fünf Industriesektoren angekündigt, ohne den Energie- und Wasserverbrauch der Technik zu adressieren.
Auf einen Blick
- SOTEU-Rede am 16.09.2026: „Wir wollen KI“ – verantwortungsvoller, mit geringeren Kosten und niedrigerem Energieverbrauch.
- Ab November 2026: KI-Initiativen für fünf Sektoren – Gesundheit, Verkehr, Landwirtschaft, Fertigung, Verteidigung und Weltraum.
- Bis Jahresende 2026 soll ein Quality Jobs Act folgen, dazu ein EU Kids Act mit Alterskontrolle für soziale Netzwerke.
- Am selben Tag übernimmt das kanadische Cohere die Heidelberger Aleph Alpha; ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
- Deutschland und Kanada gründen eine „Allianz für technologische Souveränität“.
Ursula von der Leyen hat Künstliche Intelligenz zum Kernstück ihrer Rede zur Lage der Union am 16. September 2026 gemacht. Europa wolle KI, sagte die Kommissionspräsidentin – aber eine, die mehr Wert schafft, weniger kostet, weniger Energie verbraucht und bei der der Mensch die Kontrolle behält.
Fünf Sektoren, mehrere Gesetzesvorhaben
Ab November will die Kommission Initiativen für industrielle KI in fünf Bereichen vorlegen: Gesundheit, Verkehr, Landwirtschaft und Lebensmittel, fortgeschrittene Fertigung sowie Verteidigung und Weltraum. Den AI Act bezeichnete von der Leyen als entscheidenden Baustein, nicht als Bremse. Bis Jahresende soll ein Quality Jobs Act folgen, der die Wirkung von KI auf Arbeit aufgreift. Angekündigt ist zudem ein EU Kids Act mit Alterskontrollen für soziale Netzwerke.
Kontrolle als Leitmotiv
Die Rede benannte auch Risiken der Technik, etwa KI-Agenten, die aus ihrer Umgebung ausbrechen oder Schadcode einschleusen. Von der Leyen kündigte Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern führender KI-Labore an und verwies auf internationale Zusammenarbeit, unter anderem mit Kanada und dem Vereinigten Königreich. Wie weit die Kommission das Tempo der Entwicklung tatsächlich steuern kann, blieb offen.
Die Lücke: Energie und Wasser
netzpolitik.org hält der Rede vor, dass die angekündigte europäische Wasserinitiative und der Wasser- sowie Energiehunger von Rechenzentren nicht zusammengedacht werden. Auch die ungleiche Verteilung der KI-Vorteile auf dem Arbeitsmarkt und der Druck auf Einstiegsjobs für junge Menschen kommen in der Kritik des Beitrags vor. Teile der Industrie lehnen weitere Regulierung ab und setzen auf Selbstregulierung.
Souveränität, am selben Tag getestet
Während in Straßburg über europäische Technologiesouveränität gesprochen wurde, wurde in Montreal ein Eigentümerwechsel verkündet: Das kanadische Unternehmen Cohere übernimmt die Heidelberger Firma Aleph Alpha. Angekündigt wurde der Schritt auf der Konferenz „All In“ von Kanadas Digitalminister Evan Solomon, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, Cohere-Chef Aidan Gomez und Aleph-Alpha-Mitgründer Samuel Weinbach. Ziel sei ein kanadisch-deutscher Technologie-Champion, der zum echten Konkurrenten von US-Anbietern wie OpenAI und Anthropic wird. Deutschland und Kanada gründen dazu eine Allianz für technologische Souveränität.
Was offen bleibt
Gomez räumte ein, dass sein Unternehmen bei der Modellqualität aufholen und in die Skalierung investieren müsse. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt; zu Standort, Beschäftigtenzahl und Zeitplan der Integration liegen uns aus den geprüften Quellen keine Angaben vor. Eine weitere Darstellung der Pläne der beiden Firmenchefs war für diese Meldung nicht abrufbar und ist deshalb hier nicht berücksichtigt. Prüfbar wird der Kurs erst im November, wenn die ersten Sektorinitiativen der Kommission vorliegen.
Häufige Fragen
Was hat von der Leyen in der Rede zur Lage der Union zu KI gesagt?
Sie bekannte sich zu KI in Europa, forderte aber geringere Kosten, weniger Energieverbrauch und menschliche Kontrolle – und kündigte ab November Initiativen für fünf Industriesektoren an.
Welche KI-nahen Gesetze plant die EU-Kommission noch 2026?
Bis Jahresende soll ein Quality Jobs Act zur Wirkung von KI auf Arbeit kommen, dazu ein EU Kids Act mit Alterskontrollen für soziale Netzwerke; der AI Act gilt bereits.
Wer hat Aleph Alpha übernommen?
Das kanadische KI-Unternehmen Cohere übernimmt Aleph Alpha aus Heidelberg. Der Schritt wurde am 16. September 2026 in Montreal verkündet, ein Kaufpreis wurde nicht genannt.