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Doom Loop: Gerichtsakten belasten OpenAI und Microsoft

Interne Papiere aus dem Verfahren der New York Times nennen das Training mit fremden Inhalten den größten Diebstahl von Arbeit der Geschichte.

Doom Loop: Gerichtsakten belasten OpenAI und Microsoft
Symbolbild: Hände heben einen Stapel entsiegelter Aktenseiten von einem laufenden Dokumentenscanner, dahinter leuchtet eine steil fallende Kurve auf einem Monitor.

Kurz gesagt

Ja – eine am 17.09.2026 entsiegelte Gerichtsakte zitiert interne Papiere von Microsoft und OpenAI, in denen die Unternehmen selbst vor einem von ihnen ausgelösten „Doom Loop“ warnen, der das Web und damit am Ende ihre eigenen Modelle beschädigt.

Auf einen Blick

  • Quelle ist ein Antrag der Anwälte der New York Times auf summarisches Urteil, US-Bezirksgericht Südbezirk New York.
  • Am 17.09.2026 entsiegelt; die ungeschwärzte Fassung machte Jason Kint von Digital Content Next öffentlich.
  • Ein internes Microsoft-Papier spricht vom größten Diebstahl von Arbeit in der Menschheitsgeschichte.
  • Klicks auf Nachrichtenseiten brachen bei Bing laut Aussagen von Microsoft-Führungskräften um mehr als 90 Prozent ein.
  • OpenAI-Policy-Direktor Jack Clark schrieb von Systemen, die kulturprägende Arbeit ersetzen.

Was Verlage seit Jahren behaupten, steht nun in den Worten der Beklagten selbst: Eine am 17.09.2026 entsiegelte Gerichtsakte aus dem Verfahren der New York Times zitiert interne Papiere von Microsoft und OpenAI, in denen von einem „Doom Loop“ und vom „größten Diebstahl von Arbeit in der Menschheitsgeschichte“ die Rede ist.

Woher die Zitate stammen

Die Passagen stehen in einem Antrag der Anwälte der New York Times auf ein Urteil im summarischen Verfahren, eingereicht beim US-Bezirksgericht für den Südbezirk von New York. Die ungeschwärzte Fassung machte Jason Kint öffentlich, Chef des Branchenverbands Digital Content Next, der digitale Medienhäuser vertritt. 404 Media wertete das Dokument am 17. September 2026 aus.

Was die internen Dokumente sagen

Ein internes Microsoft-Papier nennt das Absaugen fremder Inhalte laut Akte einen „erstaunlichen Diebstahl unerhörten Ausmaßes“ und spricht vom „größten Diebstahl von Arbeit in der Menschheitsgeschichte“. Dasselbe Material hält fest, die eigene KI-Inhaltsstrategie habe einen „Doom Loop“ in Gang gesetzt, der die Lieferkette für Inhalte und damit am Ende die Qualität der Modelle beschädige. Der Microsoft-Manager Brent Hecht notierte, ohne Wege, wirtschaftlichen Wert die Lieferkette hinunterzureichen, gerate die ökonomische Stabilität derjenigen in Gefahr, die die Inhalte überhaupt erst erstellen. Ein Grundsatzpapier des Konzerns warnte zudem, generative KI könne die Beschäftigung genau jener Menschen erheblich stören, deren Daten sie trainiert haben.

Aus dem Haus OpenAI zitiert die Akte den Policy-Direktor Jack Clark, der von Systemen schrieb, die die Arbeit jener Menschen ersetzen, welche die Kultur einer Gesellschaft prägen. Intern sei außerdem ein Weg um die Bezahlschranke der New York Times herum gebaut worden; Mitgründer Greg Brockman quittierte das den Dokumenten zufolge mit einem knappen „ah, nice“. Ein Software-Ingenieur sagte aus, Nutzerinnen und Nutzer klickten die Quellenlinks nicht an – gleich, wie prominent man sie platziere.

Warum der Traffic-Einbruch der Kern ist

Aussagen von Microsoft-Führungskräften, darunter Konzernchef Satya Nadella, beziffern den Schaden drastisch: Die Klicks auf Nachrichtenseiten brachen bei Bing um mehr als 90 Prozent ein, nachdem deren Inhalte in den Antworten auftauchten. Genau das ist der Mechanismus hinter dem Begriff: Wer die Quelle zusammenfasst, nimmt ihr den Besuch, der ihre Arbeit finanziert. Fällt die Finanzierung weg, entstehen weniger neue Inhalte – und damit weniger Material für die nächste Modellgeneration. In den zitierten Unterlagen beschreibt sich OpenAI selbst als existenzielle Bedrohung für Nachrichtenhäuser.

Was offen bleibt

Die Zitate stammen aus einem Parteivortrag der Klägerseite. Ein Gericht hat darüber nicht entschieden, und der Kontext der einzelnen Sätze ergibt sich bislang aus der Akte, nicht aus einer Einlassung der Beklagten. Eine Stellungnahme von OpenAI oder Microsoft zu den Passagen enthält der ausgewertete Bericht nicht. Ein zweiter Beitrag zu diesem Vorgang bei The Verge war für diese Recherche technisch nicht abrufbar; dessen zusätzliche Einordnung – etwa zum Stichwort „Google Zero“ – konnte deshalb nicht geprüft werden und bleibt hier bewusst außen vor.

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Häufige Fragen

Was bedeutet „Doom Loop“ bei KI und Web-Inhalten?

Den Papieren zufolge beschreibt der Begriff eine Rückkopplung: KI-Antworten ersetzen den Klick auf die Quelle, deren Finanzierung bricht weg, es entstehen weniger Inhalte – und damit weniger Trainingsmaterial.

Woher stammen die Zitate zum Doom Loop?

Aus einem am 17.09.2026 entsiegelten Antrag der Anwälte der New York Times auf summarisches Urteil beim US-Bezirksgericht Südbezirk New York, der interne Dokumente von Microsoft und OpenAI wiedergibt.

Haben OpenAI und Microsoft dazu Stellung genommen?

Im ausgewerteten Bericht findet sich keine Reaktion der beiden Unternehmen auf die zitierten Passagen. Über den Antrag ist gerichtlich noch nicht entschieden.

Quellen

Weitere Berichte