Exein: 270 Millionen Dollar für Sicherheit in Robotern
Die römische Firma sichert Betriebssysteme von Robotern und Fahrzeugen ab. Die Bewertung steigt von 700 Millionen Dollar im Dezember 2025 auf 1,7 Milliarden.
Kurz gesagt
Exein hat 270 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 1,7 Milliarden US-Dollar eingesammelt, um Betriebssysteme von Robotern, Fahrzeugen und Industriemaschinen direkt im Kernel abzusichern.
Auf einen Blick
- Runde: 270 Millionen US-Dollar, angeführt von Headline. Bewertung danach: 1,7 Milliarden US-Dollar.
- Im Dezember 2025 lag die Bewertung bei 700 Millionen US-Dollar; insgesamt flossen bisher mehr als 600 Millionen US-Dollar in Exein.
- Das Kernprodukt Photon läuft nach Unternehmensangaben auf mehr als 2 Milliarden vernetzten Geräten.
- Wiederkehrender Jahresumsatz im ersten Halbjahr 2026: viermal so hoch wie im Vorjahr, rund 50 % davon aus Asien-Pazifik.
- Erste Foundation Models sind für das erste Quartal 2027 angekündigt, die Architektur dafür bis Ende 2026.
Exein hat 270 Millionen US-Dollar eingesammelt und wird dabei mit 1,7 Milliarden US-Dollar bewertet. Angeführt wird die Runde von Headline, beteiligt sind unter anderem Sofina, Goldman Sachs, die Gruppe der Europäischen Investitionsbank, KfW Capital und T.Capital. Das 2018 gegründete Unternehmen mit Sitz in Rom verkauft Sicherheitssoftware, die tief im Betriebssystem von Maschinen sitzt.
Sicherheit unterhalb der Anwendung
Das Kernprodukt heißt Photon und setzt auf Kernel-Ebene an, also unterhalb der Programme, die auf einem Roboter oder einem Steuergerät laufen. Nach Angaben des Unternehmens läuft dieser Code inzwischen auf mehr als 2 Milliarden vernetzten Geräten. Bedient werden vor allem Automobilbau, Energiewirtschaft und Robotik. Exein registriert eigenen Angaben zufolge rund 5.000 neue, nicht wiederholte Angriffsmuster pro Woche, das Fünffache des Vorjahreswerts.
Von 700 Millionen auf 1,7 Milliarden
Neun Monate zuvor, im Dezember 2025, lag die Bewertung noch bei 700 Millionen US-Dollar. tech.eu beziffert den Anstieg über zwei Jahre auf das Dreißigfache und nennt Exein das höchstbewertete Cybersicherheits-Scale-up Europas. SiliconANGLE zufolge sind insgesamt mehr als 600 Millionen US-Dollar in das Unternehmen geflossen. Der wiederkehrende Jahresumsatz lag im ersten Halbjahr 2026 viermal so hoch wie ein Jahr zuvor, rund 50 % davon stammen aus Asien-Pazifik.
Die Wette auf Maschinen, die handeln
Gründer und Chef Gianni Cuozzo begründet die Runde damit, dass KI aus der Cloud in die physische Welt wandere, in Maschinen also, die wahrnehmen, entscheiden und handeln. Sein Argument: Moderne Modelle drückten das Zeitfenster für Sicherheitsupdates gegen null, Angriffe liefen in Maschinengeschwindigkeit ab, die Verteidigung müsse nachziehen. Clarey Zhu, Partnerin bei Headline, nennt die Absicherung von Robotern, Fahrzeugen und kritischer Infrastruktur eine der prägenden Sicherheitsfragen des kommenden Jahrzehnts.
Wofür das Geld gedacht ist
Exein will in den USA wachsen und ein Büro in der Bay Area eröffnen, das Hauptquartier für Asien-Pazifik sitzt in Taiwan. Zukäufe sind in Europa und in den USA geplant. Dazu kommt eine revolvierende Kreditlinie, bei der J.P. Morgan führt und die KfW als weiterer Kreditgeber auftritt. Technisch kündigt das Unternehmen die zugehörige Architektur bis Ende 2026 an, erste Foundation Models sollen im ersten Quartal 2027 folgen.
Was die Quellen nicht hergeben
Die Angaben zu Gerätezahl, Umsatzwachstum und Angriffsvolumen stammen vom Unternehmen selbst. Eine unabhängige Prüfung dieser Werte ist in keiner der beiden gelesenen Quellen dokumentiert. Auch der Titel höchstbewertetes Cybersicherheits-Scale-up Europas wird dort nicht mit einem Vergleich konkreter Wettbewerber unterlegt. Ob europäische Produktregeln die Nachfrage treiben, belegt keiner der beiden Texte.
Häufige Fragen
Wie viel Geld hat Exein eingesammelt?
270 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 1,7 Milliarden US-Dollar. Angeführt hat die Runde Headline, beteiligt waren unter anderem Sofina, Goldman Sachs und KfW Capital.
Was macht Exein genau?
Exein verkauft Sicherheitssoftware für Maschinen. Das Kernprodukt Photon setzt auf Kernel-Ebene an und läuft nach Unternehmensangaben auf mehr als 2 Milliarden vernetzten Geräten in Autos, Anlagen und Robotern.
Wo sitzt Exein?
In Rom. Das Unternehmen wurde 2018 von Gianni Cuozzo gegründet, das Hauptquartier für Asien-Pazifik liegt in Taiwan, ein Büro in der Bay Area ist geplant.