Google startet Suncatcher-Satellit am 1. Oktober
Am 1. Oktober soll eine Falcon 9 den ersten Suncatcher-Satelliten ins All bringen – vier Trillium-TPUs, etwa ein Kilowatt Solarstrom, 15 Minuten Rechenlast.
Kurz gesagt
Google lässt am 1. Oktober 2026 einen kühlschrankgroßen Prototypsatelliten mit vier Trillium-TPUs an Bord einer Falcon 9 starten, um erstmals zu messen, wie sich die eigenen KI-Beschleuniger im Orbit verhalten.
Auf einen Blick
- Start: 1. Oktober 2026 mit einer Falcon 9 von SpaceX.
- Nutzlast: vier Trillium-TPUs in einem etwa kühlschrankgroßen Satelliten namens MVP, gebaut von Planet Labs PBC.
- Strom: Die Solarpaneele liefern nur etwa ein Kilowatt; die TPUs rechnen in Schüben von rund 15 Minuten und müssen dann abkühlen.
- Fahrplan: zwei weitere Satelliten 2027, dann mit Hochleistungslasern für die Datenverbindung.
- Projekt Suncatcher wurde im November 2025 angekündigt und soll KI-Rechenzentren in die Erdumlaufbahn bringen.
Google lässt am 1. Oktober 2026 einen kühlschrankgroßen Prototypsatelliten mit vier Trillium-TPUs an Bord einer Falcon 9 starten – der erste Hardwaretest des Projekts Suncatcher, das KI-Rechenzentren in die Erdumlaufbahn bringen soll.
Was an Bord der Falcon 9 mitfliegt
Der Satellit heißt schlicht MVP, kurz für Minimum Viable Product, und stammt vom Satellitenbauer Planet Labs PBC. Er ist etwa so groß wie ein Kühlschrank und trägt vier Trillium-TPUs, also Googles eigene KI-Beschleuniger, wie sie sonst in Rechenzentren auf der Erde stecken. Geprüft wird dabei weniger die Rechenleistung als die Umgebung: Strahlung, Wärmeabfuhr und die Vibrationen beim Start.
Travis Beals, der das Vorhaben bei Google verantwortet, beschreibt den Flug als Lerneinheit: Es gehe darum zu sehen, was funktioniert, Schwachstellen zu finden und die Erkenntnisse in kommende Missionen zu übernehmen. Das ist kein Produktversprechen, sondern die nüchterne Beschreibung eines Erstflugs.
Ein Kilowatt Strom setzt die Grenze
Die wichtigste Zahl dieser Mission ist keine Rechenzahl, sondern eine Stromzahl. Die Solarpaneele des MVP liefern nur etwa ein Kilowatt – weniger, als ein gut gefüllter Serverschrank am Boden zieht. Entsprechend arbeiten die TPUs nicht durchgehend, sondern in Schüben von rund 15 Minuten; danach werden sie abgeschaltet, damit sie abkühlen können.
Im Vakuum trägt keine Luft die Abwärme weg, sie muss abgestrahlt werden. Genau diese Kühlfrage entscheidet, ob die Idee über einen Prototyp hinaus trägt.
2027 folgt die Laserstrecke
Für 2027 sind zwei weitere Satelliten geplant. Sie sollen Hochleistungslaser für die Datenverbindung testen – der zweite Flaschenhals neben der Kühlung, denn ein Rechenverbund im Orbit muss Daten zwischen den Satelliten und zur Erde bewegen.
Allein ist Google damit nicht. Auch SpaceX arbeitet an Rechenkapazität im Orbit, dazu die Start-ups Starcloud und Orbital. Angekündigt hatte Google das Projekt Suncatcher im November 2025.
Was offenbleibt
Zu Bahnhöhe, Kosten der Mission und zur Zielgröße einer späteren Konstellation liegen keine Angaben vor. Ebenso offen ist, wie gut das Kühlkonzept tatsächlich funktioniert – das ist der Punkt, den dieser Flug erst messen soll. Wer den Start als Beweis für Rechenzentren im All liest, liest mehr hinein, als belegt ist.
Häufige Fragen
Wann startet Googles Suncatcher-Satellit?
Der Start ist für den 1. Oktober 2026 mit einer Falcon 9 von SpaceX angesetzt.
Welche Chips fliegen bei Projekt Suncatcher mit?
Vier Trillium-TPUs, Googles eigene KI-Beschleuniger, in einem etwa kühlschrankgroßen Satelliten von Planet Labs PBC.
Werden im All jetzt KI-Modelle trainiert?
Nein. Die TPUs laufen wegen etwa einem Kilowatt Solarstrom nur in Schüben von rund 15 Minuten; der Flug testet Strahlung, Kühlung und Startbelastung.