Projekt Suncatcher: Google startet KI-Chips ins All
Ein kühlschrankgroßer Prototyp mit vier TPUs soll am 1. Oktober an Bord einer Falcon 9 starten und fünf Jahre lang im Orbit rechnen.
Kurz gesagt
Google bringt mit Projekt Suncatcher ab dem 1. Oktober 2026 erstmals eigene KI-Beschleuniger in die Erdumlaufbahn – vorerst mit einem einzigen Satelliten, nicht mit einem Rechenzentrum.
Auf einen Blick
- Start: 1. Oktober 2026, SpaceX Falcon 9, Vandenberg Space Force Base in Kalifornien.
- Nutzlast: kühlschrankgroßer Prototyp mit vier TPUs, gebaut im Labor von Planet Labs in San Francisco.
- Geplante Betriebsdauer im Orbit: fünf Jahre; Aufgabe sind einfache KI-Anfragen aus dem All.
- Rund 10.000 Satelliten wären nötig, um ein einziges Rechenzentrum mit 1 Gigawatt zu ersetzen.
- Transportkosten müssten auf etwa 200 US-Dollar pro Kilogramm fallen; Jeff Bezos nennt bis zu 20 Jahre.
Google bringt mit Projekt Suncatcher ab dem 1. Oktober 2026 erstmals eigene KI-Beschleuniger in die Erdumlaufbahn – vorerst mit einem einzigen Satelliten, nicht mit einem Rechenzentrum.
Was am 1. Oktober startet
Die Nutzlast ist ein kühlschrankgroßer Versuchssatellit, gebaut im Labor von Planet Labs in San Francisco. Er fliegt an Bord einer Falcon 9 von SpaceX, Startplatz ist die Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. An Bord sind nach Angaben des Handelsblatts vier Tensor Processing Units, also Googles eigene KI-Chips.
Die Aufgabe ist bewusst klein gehalten: einfache KI-Anfragen aus dem All beantworten. Geplant ist ein Betrieb von fünf Jahren im Orbit. Hinter dem Vorhaben stehen Google-Vize James Manyika und Projektmanager Travis Beals.
Zwischen Prototyp und Rechenzentrum liegt eine Größenordnung
Der Abstand zum eigentlichen Ziel ist erheblich. Rund 10.000 Satelliten wären nötig, um ein einziges Rechenzentrum mit 1 Gigawatt zu ersetzen. Dazu kommt der Transport: Erst bei Startkosten von etwa 200 US-Dollar pro Kilogramm wäre der Betrieb im Orbit wirtschaftlich tragfähig. Jeff Bezos veranschlagt bis zu 20 Jahre, bis Rechenzentren im All günstiger sind als solche auf der Erde.
Warum der Test nicht am Boden stattfinden kann
Drei Probleme gibt es auf der Erde so nicht. Im Vakuum fehlt die Luft zum Kühlen, kosmische Strahlung trifft die Chips ungefiltert, und die Datenübertragung läuft zwischen Objekten, die sich relativ zueinander bewegen.
Einiges lässt sich vorab simulieren: Die Strahlungsfestigkeit hat Google im Labor mit Protonenstrahlen geprüft, Vibrationen und Beschleunigung beim Start ebenfalls. „Aber einige Dinge können nur im All getestet werden“, zitiert das Handelsblatt zu den verbleibenden Unbekannten.
Wer sonst nach oben will
Google ist mit der Idee nicht allein. Auch SpaceX und Blue Origin verfolgen eigene Pläne für Rechenzentren im Orbit, Elon Musk wirbt seit Längerem dafür. Der Antrieb ist dabei durchaus irdisch: Gegen große KI-Rechenzentren wächst in den USA der lokale Widerstand.
Was offen bleibt
Google hat weder die Kosten des Prototyps noch die Rechenleistung der vier Chips veröffentlicht, und auch die TPU-Generation ist nicht benannt. Ein dritter Bericht zu dem Vorhaben lag hinter einer Bezahlschranke und konnte für diesen Artikel nicht ausgewertet werden. Ob der Start am 1. Oktober hält, ist bis zum Abheben eine Planung, keine Tatsache.
Häufige Fragen
Was ist Googles Projekt Suncatcher?
Ein Vorhaben, KI-Rechenleistung in die Erdumlaufbahn zu verlagern und dort mit Solarenergie zu betreiben. Der erste Schritt ist ein einzelner Testsatellit mit vier TPUs, kein Rechenzentrum.
Wann startet der erste Suncatcher-Satellit?
Geplant ist der 1. Oktober 2026 an Bord einer SpaceX Falcon 9 von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Der Satellit soll fünf Jahre im Orbit arbeiten.
Sind Rechenzentren im All günstiger als auf der Erde?
Bisher nicht. Dafür müssten die Transportkosten auf rund 200 US-Dollar pro Kilogramm sinken, und rund 10.000 Satelliten wären nötig, um ein 1-Gigawatt-Rechenzentrum zu ersetzen. Jeff Bezos rechnet mit bis zu 20 Jahren.