AWS veröffentlicht Strands Harness als Open Source
Der Cloud-Anbieter gibt sein Agenten-Gerüst unter Apache 2.0 frei und meldet in eigenen Tests 77 Prozent weniger Kosten als Claude Code im Terminal-Bench 2.1.
Kurz gesagt
AWS hat am 21. September 2026 Strands Harness veröffentlicht, ein quelloffenes Agenten-Gerüst unter Apache-2.0-Lizenz, das Werkzeuge, Speicher und Kontextverwaltung um ein Sprachmodell legt und lokal oder auf AWS, Google Cloud, Microsoft Azure, Cloudflare und Modal läuft.
Auf einen Blick
- Lizenz Apache 2.0, verfügbar als Python- und als TypeScript-Fassung, Installation über pip und npm.
- Modell-Backends: Amazon Bedrock, Anthropic, OpenAI, Google, Ollama und LiteLLM.
- Zielumgebungen: eigener Rechner sowie AWS, Google Cloud, Microsoft Azure, Cloudflare und Modal.
- Gemessen auf sechs Suiten: ALFWorld, ContextBench, GAIA, WebShop, τ²-bench und Terminal-Bench 2.1.
- Terminal-Bench 2.1 laut AWS: 69,7 statt 61,8 Prozent, 56,29 statt 248,05 US-Dollar.
AWS hat am 21. September 2026 Strands Harness vorgestellt: ein quelloffenes Agenten-Gerüst, das die Schleife um ein Sprachmodell herum fertig mitliefert – Werkzeugaufrufe, Speicher, Kontextverwaltung und Fehlerbehandlung. Die Lizenz ist Apache 2.0, es gibt eine Python- und eine TypeScript-Fassung.
Was ein Harness vom SDK unterscheidet
Ein SDK liefert Bausteine, ein Harness liefert die Verdrahtung. Strands Harness bringt Werkzeuge für Shell, Dateizugriff – Lesen, Schreiben, Bearbeiten – und Websuche bereits konfiguriert mit. Dazu kommen ein Langzeitgedächtnis über Sitzungs-IDs, ein Helfer-Agent, der offene Teilaufgaben entlang einer Checkliste abarbeitet, sowie die Anbindung von MCP-Servern. Nach Darstellung beider Berichte lässt sich jede Voreinstellung überschreiben, bis hinunter auf die SDK-Ebene.
Modelle und Zielumgebungen
Als Backend lassen sich Amazon Bedrock, Anthropic, OpenAI, Google, Ollama und LiteLLM anbinden; lokal gehostete Ollama-Modelle sind damit ebenso vorgesehen wie Frontier-Modelle aus der Cloud. Betreiben lässt sich das Gerüst auf dem eigenen Rechner sowie auf AWS, Google Cloud, Microsoft Azure, Cloudflare und Modal. MarkTechPost nennt zusätzlich eine Strands-CLI, mit der sich ein Agent in normaler Sprache entwerfen und anschließend als Python- oder TypeScript-Paket exportieren lässt.
Die Zahlen aus den Benchmarks
Die Aufmerksamkeit ziehen vor allem die Kostenangaben auf sich. Auf Terminal-Bench 2.1 kostete Strands Harness im Vergleich mit Claude Code nach Anbieterangaben 77 Prozent weniger – 56,29 statt 248,05 US-Dollar – bei höherer Trefferquote von 69,7 gegenüber 61,8 Prozent, also 7,9 Punkten Abstand. SiliconANGLE ordnet diesen Vergleich einem Lauf mit Anthropics Fable 5 zu; MarkTechPost nennt als Bestwert knapp 85 Prozent mit Claude Opus 5 auf dem Harness.
Beim breiteren Vergleich gehen die beiden Berichte auseinander: MarkTechPost schreibt von 28 Prozent geringeren Kosten gegenüber anderen Harnesses über sechs Benchmarks hinweg – ALFWorld, ContextBench, GAIA, WebShop, τ²-bench und Terminal-Bench 2.1 – bei nahezu gleicher Genauigkeit. SiliconANGLE spricht dagegen von 26 Prozent höherer Effizienz bei gleichem Basismodell. Welche der beiden Zahlen die Originalangabe von AWS ist, lässt sich aus den vorliegenden Texten nicht entscheiden. Sämtliche Werte stammen aus Messungen des Anbieters und liegen bislang nicht unabhängig nachgeprüft vor.
Was offen bleibt
Auch die Paketnamen widersprechen sich: MarkTechPost nennt strands-harness für pip und @strands-agents/harness für npm, SiliconANGLE dagegen in beiden Fällen strands-agents-harness. Vor der Installation lohnt daher ein Blick auf die Projektseite selbst. Als eigentlichen Hebel für die Effizienz benennt das Team die Kontextverwaltung: Umfangreiche Werkzeugergebnisse wandern in separate Dateien, statt das Kontextfenster zu füllen, dazu kommt Prompt-Caching.
Häufige Fragen
Was ist Strands Harness?
Ein quelloffenes Agenten-Gerüst von AWS unter Apache 2.0: Es liefert die Schleife um ein Sprachmodell – Werkzeuge für Shell, Dateien und Websuche, Langzeitgedächtnis über Sitzungs-IDs, Kontextverwaltung und einen Helfer-Agenten – als fertig verdrahtetes Paket für Python und TypeScript.
Welche Modelle und Clouds unterstützt Strands Harness?
Als Backend sind Amazon Bedrock, Anthropic, OpenAI, Google, Ollama und LiteLLM vorgesehen. Betrieben werden kann das Gerüst lokal sowie auf AWS, Google Cloud, Microsoft Azure, Cloudflare und Modal.
Ist Strands Harness wirklich günstiger als Claude Code?
AWS gibt für Terminal-Bench 2.1 Kosten von 56,29 statt 248,05 US-Dollar an – 77 Prozent weniger – bei 69,7 gegenüber 61,8 Prozent Genauigkeit. Das sind Messungen des Anbieters; eine unabhängige Nachprüfung liegt bislang nicht vor.